Liebe und Erotik
摘要
»Ich sage: Trennen wir den Unterleib von der Liebe!« (GKFA 21, 42), fordert der junge Thomas Mann am 5. 3. 1895 in einem Brief an den befreundeten Journalisten Otto Grautoff[aut]Grautoff, Otto. Die dem Autor durch die Forschung (vgl. Sommerhage 1982; Krug 1997) unterstellte Sexualfeindlichkeit lässt sich anhand verschiedener Zeugnisse dokumentieren – so äußert Mann im November 1896, ebenfalls in einem Brief an Grautoff, weitaus heftiger: »Wie ich sie hasse, diese Geschlechtlichkeit [...], sie ist das Gift, das in aller Schönheit lauert!« (GKFA 21, 81). An der »Geschlechtlichkeit« entbrennt ferner der erste Streit mit Heinrich Mann;[aut]Mann, Heinrich im Dezember 1903 echauffiert Thomas sich über dessen eben erschienenen Roman Die Jagd nach Liebe folgendermaßen: »Diese schlaffe Brunst in Permanenz, dieser fortwährende Fleischgeruch ermüden, widern an« (GKFA 21, 248).