Im historischen Teil dieser Studie wird die Entwicklung der Textsorte ‚Sterbeerzählung‘ schlaglichtartig beleuchtet. Die fiktionalen Texte Der letzte Tag eines Verurteilten (1829) von Victor Hugo und Der Tod des Iwan Iljitsch (1886) von Leo Tolstoi nehmen in der Herausbildung der literarischen Sterbeerzählung im 19. Jahrhundert eine Schlüsselrolle ein. Die autobiographische Literarisierung von Sterben und Tod wird in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts durch medizinische und gesellschaftspolitische Diskursveränderungen populär. Da sich die autobiographischen Erzählmuster ähneln und zum Klischee werden, bleibt auch im 21. Jahrhundert die Fiktion der Motor für die literarische Weiterentwicklung der Textsorte Sterbeerzählung.

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Thanatologisches Erzählen aus diachroner und komparatistischer Perspektive

  • Andrea Klatt

摘要

Im historischen Teil dieser Studie wird die Entwicklung der Textsorte ‚Sterbeerzählung‘ schlaglichtartig beleuchtet. Die fiktionalen Texte Der letzte Tag eines Verurteilten (1829) von Victor Hugo und Der Tod des Iwan Iljitsch (1886) von Leo Tolstoi nehmen in der Herausbildung der literarischen Sterbeerzählung im 19. Jahrhundert eine Schlüsselrolle ein. Die autobiographische Literarisierung von Sterben und Tod wird in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts durch medizinische und gesellschaftspolitische Diskursveränderungen populär. Da sich die autobiographischen Erzählmuster ähneln und zum Klischee werden, bleibt auch im 21. Jahrhundert die Fiktion der Motor für die literarische Weiterentwicklung der Textsorte Sterbeerzählung.