Mikrobiotatransfer bei CED: Eine realistische Therapieoption?
摘要
Kaum ein Thema hat in den letzten Jahren so viel Aufmerksamkeit erhalten wie die Darmflora, die sogenannte Mikrobiota. Es gibt kaum eine Erkrankung, wo nicht vermutet wird, dass die Darmflora eine Rolle spielen könnte. Die Zahl der wissenschaftlichen Veröffentlichungen rund um die Darmflora steigt von Jahr zu Jahr rasant. Daher liegt es nahe, auch bei den CED nach einer veränderten Mikrobiota im Darm zu suchen. Denn die CED sind ja Darmentzündungen, da erscheint ein Einfluss der Darmflora nicht ganz unwahrscheinlich. Während man bei der Colitis ulcerosa die Rolle einer gestörten Darmflora nachweisen konnte, scheint diese beim Morbus Crohn eher keine oder eine untergeordnete Rolle zu spielen. Häufig unterschätzt: Die wichtigste Beeinflussung der Darmflora ist von jedem selbst über eine gesunde, ausgewogene Ernährung möglich, die zucker- und fettarm, aber reich an Ballaststoffen und Omega-3-Fettsäuren sein sollte. Unterstützend können in Einzelfällen auch Probiotika wirken, die lebende Mikroorganismen enthalten. In aller Munde ist auch die Stuhltransplantation oder korrekter der fäkale Mikrobiotatransfer. Hierbei wird aufbereiteter Stuhlgang eines gesunden, umfänglich voruntersuchten Spenders einem Empfänger verabreicht. Der Stuhltransfer unterliegt in Deutschland strengen Regularien und sollte daher nur in Studienzentren oder als inidividueller Heilversuch durchgeführt werden. Bei der Colitis ulcerosa wurden erste positive Ergebnisse mit dem Stuhltransfer beobachtet, beim Morbus Crohn nicht. Diese Ergebnisse müssen aber noch an größeren Studienkollektiven bestätigt und weiterentwickelt werden.