Through the Back Door?!—Geographical Knowledge, European Rivalry, and American Agency in the Context of Antonio de Alcedo’s Diccionario geográfico-histórico de América
摘要
Enzyklopädie-Übersetzungen des 18. Jh. sind auch vor dem Hintergrund nationaler Wissenschaftskonkurrenz und rivalisierender politischer Machtansprüche zu denken. Dies gilt in besonderem Maße für geographische Wörterbücher. Jüngere Studien zu enzyklopädischen Wissenskompilationen der Frühen Neuzeit haben unter dem Einfluss der post und decolonial studies auf den Aspekt der agency in diesen Texten fokussiert und auf Formen des Widerstands gegen die textliche ‚Einhegung‘ des kolonialen Anderen durch den Wissensdiskurs der Metropole verwiesen, die sich in Form von Leerstellen des Wissens und ungesicherter, widersprüchlicher Information veräußern. Der Beitrag knüpft daran an, geht am Beispiel von Alcedos Diccionario de América aber spezifischer der Frage nach, inwiefern sich amerikanische (indigene und kreolische) Handlungsmacht in Enzyklopädie-Übersetzungen als latentes Produkt des Versuchs einer Neujustierung des Verhältnisses zwischen den europäischen (Kolonial-)Mächten etabliert.