Spastik ist ein häufiges Symptom nach Schädigungen des zentralen Nervensystems und tritt unter anderem bei Schlaganfall, Multipler Sklerose und Rückenmarksverletzungen auf. Die „spastische Bewegungsstörung“ (Spastic Movement Disorder, SMD) ist das Ergebnis plastischer Veränderungen im Nervensystem und geht mit einer Vielzahl an neurogenen und nicht-neurogenen Komponenten einher. Besonders die Unterscheidung zwischen spastik-assoziiertem Schmerz und sekundären Schmerzen aufgrund adaptiver Phänomene ist für eine gezielte Therapie essenziell. Die Diagnostik erfolgt über klinische und apparative Assessments, die jedoch vorrangig strukturelle und funktionelle Aspekte der Spastik erfassen, während Aktivitäts- und Partizipationseinschränkungen oft unzureichend berücksichtigt werden. Die Therapie der Spastik erfordert daher einen interdisziplinären Ansatz, der pharmakologische, physiotherapeutische und gegebenenfalls chirurgische Maßnahmen kombiniert. Während aktive Bewegungstherapien als bevorzugte Intervention gelten, können passive Maßnahmen wie TENS, Dry Needling oder Stoßwellentherapie ergänzend eingesetzt werden. Darüber hinaus sind neurobiologische Mechanismen der Schmerzverarbeitung von zentraler Bedeutung, insbesondere in Bezug auf spastikbedingte Muskeldysbalancen und biomechanische Veränderungen. Eine differenzierte Betrachtung von Spastik und Schmerz, unter Berücksichtigung bio-psycho-sozialer Faktoren, ist entscheidend für eine effektive Therapiegestaltung und die Verbesserung der Lebensqualität betroffener Personen.

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Spastik und Schmerz

  • Bernhard Taxer,
  • Helmut Wandschneider

摘要

Spastik ist ein häufiges Symptom nach Schädigungen des zentralen Nervensystems und tritt unter anderem bei Schlaganfall, Multipler Sklerose und Rückenmarksverletzungen auf. Die „spastische Bewegungsstörung“ (Spastic Movement Disorder, SMD) ist das Ergebnis plastischer Veränderungen im Nervensystem und geht mit einer Vielzahl an neurogenen und nicht-neurogenen Komponenten einher. Besonders die Unterscheidung zwischen spastik-assoziiertem Schmerz und sekundären Schmerzen aufgrund adaptiver Phänomene ist für eine gezielte Therapie essenziell. Die Diagnostik erfolgt über klinische und apparative Assessments, die jedoch vorrangig strukturelle und funktionelle Aspekte der Spastik erfassen, während Aktivitäts- und Partizipationseinschränkungen oft unzureichend berücksichtigt werden. Die Therapie der Spastik erfordert daher einen interdisziplinären Ansatz, der pharmakologische, physiotherapeutische und gegebenenfalls chirurgische Maßnahmen kombiniert. Während aktive Bewegungstherapien als bevorzugte Intervention gelten, können passive Maßnahmen wie TENS, Dry Needling oder Stoßwellentherapie ergänzend eingesetzt werden. Darüber hinaus sind neurobiologische Mechanismen der Schmerzverarbeitung von zentraler Bedeutung, insbesondere in Bezug auf spastikbedingte Muskeldysbalancen und biomechanische Veränderungen. Eine differenzierte Betrachtung von Spastik und Schmerz, unter Berücksichtigung bio-psycho-sozialer Faktoren, ist entscheidend für eine effektive Therapiegestaltung und die Verbesserung der Lebensqualität betroffener Personen.