Das Immunsystem ist als primärer Abwehrmechanismus in ein fein abgestimmtes Zusammenspiel mehrerer physiologischer Systeme zur Aufrechterhaltung der Homöostase eingebunden und schützt uns mit mehreren komplex organisierten Abwehrebenen gegen virale, bakterielle, parasitäre und Pilzinfektionen. Im Falle einer Aktivierung des Immunsystems wird ein adaptierbarer Zustand von Immunität (lat.: immunitas, frei sein von) erreicht, d. h., das Immunsystem lernt hinzu, behält Krankheitserreger im Gedächtnis und wird, bei erneutem Erregerkontakt, in seiner Infektionsabwehr effektiver. Neben der immunologischen Regulation von Infektionen ist auch akute körperliche Aktivität mit einer intensitätsabhängigen Immunantwort assoziiert. Diese durch körperliche Belastung hervorgerufene Immunregulation verändert die Gewebehomöostase, aktiviert regulatorische Signalwege und kann in Abhängigkeit von der Belastungsintensität und -dauer mit einer biphasischen Immunantwort einhergehen. Diese ist zum Beispiel durch erhöhten Blutdruck und Scherkräfte am Gefäßendothel sowie durch die adrenerge Stimulation der β2-adrenergen Rezeptoren auf der Oberfläche der Lymphozyten gekennzeichnet., Die Freisetzung von Signalstoffen (Hormone, Zytokine, „Exerkine“, Wachstumsfaktoren, Sauerstoffradikale, Stoffwechselprodukte) ermöglicht dem Körper, den belastungsinduzierten Stress zu regulieren. Darüber hinaus wirken viele dieser Stoffe regulierend auf das Immunsystem und bewirken u. a. eine vorübergehende Veränderung der Anzahl und Funktion von Immunzellen des angeborenen und erworbenen (adaptiven) Immunsystems. Die Interaktion von infektbasierter und akuter belastungsinduzierter Immunantwort ist bei Übung, Training und Rückkehr zum Sport nach Infekt besonderer Bedeutung.

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Sport und Immunsystem

  • Christian Puta,
  • Simon Haunhorst,
  • Holger Gabriel

摘要

Das Immunsystem ist als primärer Abwehrmechanismus in ein fein abgestimmtes Zusammenspiel mehrerer physiologischer Systeme zur Aufrechterhaltung der Homöostase eingebunden und schützt uns mit mehreren komplex organisierten Abwehrebenen gegen virale, bakterielle, parasitäre und Pilzinfektionen. Im Falle einer Aktivierung des Immunsystems wird ein adaptierbarer Zustand von Immunität (lat.: immunitas, frei sein von) erreicht, d. h., das Immunsystem lernt hinzu, behält Krankheitserreger im Gedächtnis und wird, bei erneutem Erregerkontakt, in seiner Infektionsabwehr effektiver. Neben der immunologischen Regulation von Infektionen ist auch akute körperliche Aktivität mit einer intensitätsabhängigen Immunantwort assoziiert. Diese durch körperliche Belastung hervorgerufene Immunregulation verändert die Gewebehomöostase, aktiviert regulatorische Signalwege und kann in Abhängigkeit von der Belastungsintensität und -dauer mit einer biphasischen Immunantwort einhergehen. Diese ist zum Beispiel durch erhöhten Blutdruck und Scherkräfte am Gefäßendothel sowie durch die adrenerge Stimulation der β2-adrenergen Rezeptoren auf der Oberfläche der Lymphozyten gekennzeichnet., Die Freisetzung von Signalstoffen (Hormone, Zytokine, „Exerkine“, Wachstumsfaktoren, Sauerstoffradikale, Stoffwechselprodukte) ermöglicht dem Körper, den belastungsinduzierten Stress zu regulieren. Darüber hinaus wirken viele dieser Stoffe regulierend auf das Immunsystem und bewirken u. a. eine vorübergehende Veränderung der Anzahl und Funktion von Immunzellen des angeborenen und erworbenen (adaptiven) Immunsystems. Die Interaktion von infektbasierter und akuter belastungsinduzierter Immunantwort ist bei Übung, Training und Rückkehr zum Sport nach Infekt besonderer Bedeutung.