Grounded Theory und Gesundheitsforschung
摘要
In diesem Beitrag geht es um das Wechselverhältnis zwischen Grounded Theory (GT) und qualitativer Gesundheitsforschung mit dem Ziel, relevante Annahmen über Forschungsprozess und abduktive Theoriegewinnung im Kontext von Gesundheit zusammenzutragen. Aufbauend auf der „Krankenhausstudie“ von Glaser und Straus aus dem Jahr 1965 werden zunächst die epistemologische Grundannahmen der GT und deren Konsequenzen für das Vorgehen in der qualitativen Gesundheitsforschung aufgezeigt. Welchen Einfluss Gesundheitsforschung wiederum auf den Stil der GT hatte, wird insbesondere durch Strauss’ und Corbins Forschung zu Trajektories verdeutlicht. Die Berücksichtigung von zeitlichen Bezügen als Ergänzung zur „Theoretischen Sensibilität“, als „Temporal Sensitivity“ (Griesbacher 2016, S. 150 f.) begrifflich gefasst, ermöglicht es sowohl die Ergebnisformate qualitativer Gesundheitsforschung im Stil der GT als auch deren Forschungsgegenstände detaillierter zu beschreiben.