Qualitative Gesundheitsforschung aus Sicht der Neuen Phänomenologie
摘要
Die von Hermann Schmitz in kritischer Auseinandersetzung mit der europäischen Philosophiegeschichte entwickelte Neue Phänomenologie bietet eine Erkenntnisperspektive, mit der gesundheits-, krankheits- und therapierelevante Phänomene in neuer Weise oder erstmals thematisiert werden können. Schmitz’ Theorien des Leibes, der Person, der Situation und der Atmosphären, in deren Zentrum der pathische Leib und das affektive Betroffensein stehen, implizieren die Aufwertung von Subjektivität im Sinne einer subjektiven Tatsächlichkeit. Diese steht im Kontrast zum objektivistisch-körperorientierten biomedizinischen Gesundheitsmodell, wodurch der Neuen Phänomenologie eine kritische Funktion in der Gesundheitsforschung zukommt, die diese gewinnbringend ergänzt. Der neophänomenologische Fokus auf die unwillkürliche Lebenserfahrung eröffnet so auch neue Handlungsansätze in Therapie, Pflege und Prävention.