Die Übersetzungskulturen der Frühen Neuzeit sind auch durch Praktiken der Popularisierung charakterisiert. Diese befördern nicht nur die Wissenskommunikation mit neuen Rezipienten und die sprachliche Divulgation dieses Wissens, sondern streben auch eine möglichst hohe Reichweite an (Beachtung von vielen). Sie werden durch zielkulturelle Normierungen (Religion, Moral, Rechtsverständnis, Kultur) bestimmt und bedienen sich spezifischer sprachlicher und technisch-medialer Verfahren mit marktökonomischen Vorgaben. Der Beitrag rekonstruiert Ansätze der Erforschung popularisierender Elemente der Übersetzungspraxis, beginnend mit der Wissenspopularisierung, historischen Studien und medialen Rahmenbedingungen. Den Abschluss bilden zwei Fallbeispiele aus der deutschsprachigen Literatur: Hans Sachs als Übersetzer und Mediator sowie der „Amadis“-Roman als serielles Übersetzungsprojekt.

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Übersetzungsformen und Praktiken: Popularisierung

  • Hans Rudolf Velten

摘要

Die Übersetzungskulturen der Frühen Neuzeit sind auch durch Praktiken der Popularisierung charakterisiert. Diese befördern nicht nur die Wissenskommunikation mit neuen Rezipienten und die sprachliche Divulgation dieses Wissens, sondern streben auch eine möglichst hohe Reichweite an (Beachtung von vielen). Sie werden durch zielkulturelle Normierungen (Religion, Moral, Rechtsverständnis, Kultur) bestimmt und bedienen sich spezifischer sprachlicher und technisch-medialer Verfahren mit marktökonomischen Vorgaben. Der Beitrag rekonstruiert Ansätze der Erforschung popularisierender Elemente der Übersetzungspraxis, beginnend mit der Wissenspopularisierung, historischen Studien und medialen Rahmenbedingungen. Den Abschluss bilden zwei Fallbeispiele aus der deutschsprachigen Literatur: Hans Sachs als Übersetzer und Mediator sowie der „Amadis“-Roman als serielles Übersetzungsprojekt.