Als Mitte des 18. Jhs. die systematische europäische Erforschung des Pazifiks begann, standen sich die pazifischen und die europäischen Perspektiven auf maritime Räume diametral gegenüber. Während sich die Menschen im Pazifikraum traditionell eng mit dem Meer und maritimer Mobilität verbunden fühlten, wuchs zwar in Europa das Interesse daran, aber die breite Öffentlichkeit war kaum darüber informiert. Die Rezeption der Pazifikreisen in Europa beruhte somit in dreifacher Hinsicht auf Übersetzungen: zwischen den Kulturen des pazifischen Raums und denen Europas, zwischen den Lebenswelten, in denen sich die Expeditionsreisenden und die küstenfernen Rezipienten und Rezipientinnen jeweils bewegten, und zwischen den Sprachen der an den Expeditionen beteiligten Nationen. Das Ergebnis war eine eurozentrische Sicht, die sich im Narrativ eines zweiten Entdeckungszeitalters verdichtete und im Zuge der nachfolgenden Kolonisierung verfestigte. Erst nachträglich wird diese Sicht durch Impulse und Interventionen politischer Aktivisten und Aktivistinnen, Forscher und Forscherinnen, Intellektueller und Künstler und Künstlerinnen hinterfragt und um pazifische Lesarten ergänzt.

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Translationsräume: Pazifisch

  • Sünne Juterczenka

摘要

Als Mitte des 18. Jhs. die systematische europäische Erforschung des Pazifiks begann, standen sich die pazifischen und die europäischen Perspektiven auf maritime Räume diametral gegenüber. Während sich die Menschen im Pazifikraum traditionell eng mit dem Meer und maritimer Mobilität verbunden fühlten, wuchs zwar in Europa das Interesse daran, aber die breite Öffentlichkeit war kaum darüber informiert. Die Rezeption der Pazifikreisen in Europa beruhte somit in dreifacher Hinsicht auf Übersetzungen: zwischen den Kulturen des pazifischen Raums und denen Europas, zwischen den Lebenswelten, in denen sich die Expeditionsreisenden und die küstenfernen Rezipienten und Rezipientinnen jeweils bewegten, und zwischen den Sprachen der an den Expeditionen beteiligten Nationen. Das Ergebnis war eine eurozentrische Sicht, die sich im Narrativ eines zweiten Entdeckungszeitalters verdichtete und im Zuge der nachfolgenden Kolonisierung verfestigte. Erst nachträglich wird diese Sicht durch Impulse und Interventionen politischer Aktivisten und Aktivistinnen, Forscher und Forscherinnen, Intellektueller und Künstler und Künstlerinnen hinterfragt und um pazifische Lesarten ergänzt.