Institutionen des Übersetzens: Militär
摘要
Das Militär zeugt von einer intensiven Übersetzungspraxis. Die Autoren der europäischen Militärliteratur und der sich daraus entwickelnden Militärsprache beschäftigten sich aus unterschiedlichen Motiven mit den verschiedenen Facetten der Kunst des Krieges: Übersetzungen spezifischen Fachwissens sollten pragmatische Lösungen liefern, etwa zur Verbesserung des Festungsbaus und zur Effizienz der Taktik. Im Zuge der Professionalisierung der europäischen Armeen dienten sie auch der Ausbildung künftiger Offiziere und Soldaten. Seit dem Österreichischen Erbfolgekrieg verbreiteten sich Reformprogramme zur Verbesserung der Heere, die unter ähnlichen Problemen litten und daher europaweit übersetzt wurden. Mit der Aufklärung – sei es bei Voltaire oder Kant – wurde die Kritik an kriegerischer Gewalt immer lauter. Es lässt sich nun ein reges öffentliches Interesse an militärischen Fragen feststellen, das sich in der Übersetzungspraxis u. a. von Kriegsliteratur wie Blaise de Monlucs (1502?–1577) Schriften als auch von mathematischen Werken von Militäringenieuren wie Matthias Dögen (1605/1606–1672) niederschlägt.