Analytische Zugänge zu Übersetzungen: Intersemiotisch
摘要
Roman Jakobsons Verknüpfung von Semiotik und Translatologie regte die Erweiterung des Übersetzungsbegriffs für nicht-sprachliche Zeichen an, um Übertragungsprozesse zwischen Texten, Bildern, Melodien etc. systematisch zu beschreiben. Ist die Rede von intersemiotischen Übersetzungen, geschieht dies mithilfe der Zeichentheorie, wobei teils enge, noch nicht hinreichend reflektierte Zusammenhänge und Überschneidungen mit anderen theoretischen Bezugssystemen wie Medien (Intermedialität) oder Modi (Multimodalität) bestehen. Der Beitrag zeichnet aus semiotischer Perspektive übergreifende theoretisch-methodische Entwicklungen nach, zeigt Historisierungsbedarf auf und stellt, angeleitet durch das Intermedialitätsparadigma, die Untersuchungsfelder frühneuzeitlicher intersemiotischer Übersetzungsforschung systematisch vor. Am Beispiel zweier Drucke von Matthias Ringmanns Caesar-Übersetzung wird ein Versuch unternommen, suprasprachliche Übersetzungsvorgänge zeichentheoretisch zu fassen.