Der Frakturfolgezustand Typ IV nach Boileau ist gekennzeichnet durch eine ausgeprägte Veränderung der proximalen Humeruskopfanatomie mit deutlicher Fehlpositionierung der Tuberkula. Bei älteren Patienten mit geringen funktionellen Ansprüchen kann durch konservative Therapie nicht selten eine Limited-goal-Rehabilitation durchgeführt werden. Selbst bei noch erhaltener Gelenkfläche kommt aufgrund der massiven Deformierung in der Regel nur die inverse Prothese in Frage, bei begleitender Gelenkflächendestruktion ausschließlich. Eine exakte präoperative Analyse mittels Röntgen und CT der knöchernen Deformierung und begleitender Weichteilpathologie ist essenziell. Neurologische Begleitschäden oder eine Low-grade-Infektion bei voroperierten Schultern müssen präoperativ ausgeschlossen werden. Eine exakte präoperative Planung und intraoperative präzise Behandlung der weichteiligen und knöchernen Pathologie ist zur Vermeidung perioperativer Komplikationen zwingend notwendig. Die klinischen Ergebnisse der inversen Prothese sind beim Typ IV nicht signifikant schlechter als bei den anderen Frakturfolgetypen, erreichen aber nicht die guten Ergebnisse der Defektarthropathie oder primären Omarthrose. Eine Verbesserung des alters- und geschlechtskorrelierten Constant Score von 43–58 % werden berichtet.

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Frakturfolgezustand Typ IV nach proximaler Humerusfraktur

  • Ludwig Seebauer

摘要

Der Frakturfolgezustand Typ IV nach Boileau ist gekennzeichnet durch eine ausgeprägte Veränderung der proximalen Humeruskopfanatomie mit deutlicher Fehlpositionierung der Tuberkula. Bei älteren Patienten mit geringen funktionellen Ansprüchen kann durch konservative Therapie nicht selten eine Limited-goal-Rehabilitation durchgeführt werden. Selbst bei noch erhaltener Gelenkfläche kommt aufgrund der massiven Deformierung in der Regel nur die inverse Prothese in Frage, bei begleitender Gelenkflächendestruktion ausschließlich. Eine exakte präoperative Analyse mittels Röntgen und CT der knöchernen Deformierung und begleitender Weichteilpathologie ist essenziell. Neurologische Begleitschäden oder eine Low-grade-Infektion bei voroperierten Schultern müssen präoperativ ausgeschlossen werden. Eine exakte präoperative Planung und intraoperative präzise Behandlung der weichteiligen und knöchernen Pathologie ist zur Vermeidung perioperativer Komplikationen zwingend notwendig. Die klinischen Ergebnisse der inversen Prothese sind beim Typ IV nicht signifikant schlechter als bei den anderen Frakturfolgetypen, erreichen aber nicht die guten Ergebnisse der Defektarthropathie oder primären Omarthrose. Eine Verbesserung des alters- und geschlechtskorrelierten Constant Score von 43–58 % werden berichtet.