Einführendes Kapitel für sämtliche Frakturfolgezustände der proximalen Humerusfraktur
摘要
Aufgrund des demografischen Wandels steigt die Inzidenz proximaler Humerusfrakturen, was wiederum auch die Inzidenz von Frakturfolgezuständen erhöht. Diese entstehen durch ausbleibende Heilung, Pseudarthrose, avaskuläre Knochennekrose oder Fehlstellung der frakturierten Anteile des proximalen Humerus. Die wohl bekannteste Klassifikation von Boileau unterscheidet intra- und extrakapsuläre Frakturfolgezustände nach dem Aspekt, ob eine anatomische Prothese implantiert werden kann bzw. das Tuberculum majus osteotomiert werden muss. Die Einteilung erfolgt anhand standardisierter Röntgenbilder des Schultergelenkes (true a. p., Y und axial). Für die genaue Darstellung der Morphologie des Frakturfolgezustandes, der knöchernen Konsolidierung sowie der Weichteilsituation empfiehlt sich die Computertomografie sowie gegebenenfalls eine Kernspintomografie. Voraussetzung für gelenkerhaltende Eingriffe ist ein intaktes Glenohumeralgelenk. Hier steht von kleineren arthroskopischen Eingriffen bis zu offenen Reosteosynthesen mit oder ohne Korrekturosteotomie eine große Bandbreite an Verfahren zur Verfügung. Für die Versorgung mit anatomischen Schulterprothesen eignen sich vor allem intrakapsuläre Frakturfolgezustände wie Humeruskopfnekrosen oder Luxationsfolgen. Bei Pseudarthrosen mit Gelenkdefekt und erheblicher Deformität der Geometrie des proximalen Humerus eignen sich inverse Schulterprothesen. Eingriffe bei Frakturfolgezuständen verbessern die Funktion und vermindern Schmerzen. Die Ergebnisse sowohl nach Revision bzw. Korrekturosteotomie, aber auch nach Endoprothetik bleiben aber hinter den Ergebnissen nach Primäreingriff, z. B. für Omarthrose oder Defektarthropathie deutlich zurück bei z. T. relevant erhöhten Komplikationssraten. Grund hierfür sind unter anderem die erhöhte Infektrate sowie neurologische und weichteilbedingte Probleme.