Proktologische Fragestellungen bei Geschlechtsinkongruenz
摘要
Somatische Maßnahmen zur Körpermodifikation bei Geschlechtsinkongruenz umfassen verschiedene Aspekte. Das vorliegende Kapitel behandelt die genitalangleichenden Operationen im Allgemeinen und damit verbundene proktologische Fragestellungen im Speziellen. Bei der Feminisierung (Vagino‐ und Vulvaplastik) wird in der Regel die sog. penile Inversion angewendet, bei der die Penisschafthaut die Scheide auskleidet. Möglich sind aber auch die Verwendung von freien Hauttransplantaten und Darmsegmenten. Bei den maskulinisierenden Eingriffen kann unterschieden werden in Penoidbildung aus den durch Testosteron hypertrophierten Strukturen des Genitals (Metaidoioplastik) und mikrochirurgischen Techniken mit Verwendung von freien Lappentransplantaten, insbesondere eines Radialislappens. Das Komplikationsspektrum bei den genitalmodifizierenden Eingriffen ist insgesamt hoch, am häufigsten finden sich Komplikationen an den ableitenden Harnwegen im Sinne von Harnröhrenstrikturen und urethrokutanen Fisteln. Vor allem durch die Dissektion des Vaginalraums bei der Vaginoplastik können iatrogen rektoneovaginale Fisteln auftreten, die dann chirurgisch‐proktologisch versorgt werden müssen. Ebenso proktologisch bedeutsam sind die Diversionskolitis oder auch Adenokarzinome, die beide in einer Darmscheide entstehen können.