Proktologische Erkrankungen dürften seit der Existenz der Menschheit aufgetreten und auch mehr oder weniger behandelt worden sein. Das erste Krankenhaus, das sich speziell mit Erkrankungen des Rektums beschäftigte, war das „St.Mark’s Hospital“ in London. In Deutschland entstanden nach dem 2. Weltkrieg koloproktologische Schwerpunktkliniken, u. a. das Prosper‐Hospital in Recklinghausen unter der Leitung von Prof. Dr. J. Girona. Im Jahr 1990 wurde die Deutsche Gesellschaft für Koloproktologie gegründet. Im Jahr 2004 wurde dann erstmals durch die lokalen Ärztekammern eine Zusatzweiterbildung „Proktologie“ eingeführt. Die erste aufgezeichnete Therapie des Hämorrhoidalleidens findet sich 400 v. Chr. durch Hippokrates von Kos. Als Schutzheiliger der Hämorrhoidenpatienten und der Proktologen gilt der heilige St. Fiacrius. Auch Analabszesse und ihre Therapie mittels Abszessinzision, Fadendrainage und Fistelspaltung wurden bereits 450 v. Chr. von Hippokrates beschrieben. John von Ardene führte bereits 1350 n. Chr. eine Sondierung von Haupt‐ und Nebengängen durch. Der prominenteste Patient im Mittelalter mit einer Analfistel war wahrscheinlich der Sonnenkönig Ludwig XIV von Frankreich. Die erste umfangreiche wissenschaftliche Aufarbeitung erfolgte durch Stelzner 1959. Seit dem Jahr 2011 erschienen erstmals deutsche S3‐Leitlinien zu den häufigsten proktologischen Krankheitsbildern.

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Geschichte der Proktologie

  • Andreas Ommer

摘要

Proktologische Erkrankungen dürften seit der Existenz der Menschheit aufgetreten und auch mehr oder weniger behandelt worden sein. Das erste Krankenhaus, das sich speziell mit Erkrankungen des Rektums beschäftigte, war das „St.Mark’s Hospital“ in London. In Deutschland entstanden nach dem 2. Weltkrieg koloproktologische Schwerpunktkliniken, u. a. das Prosper‐Hospital in Recklinghausen unter der Leitung von Prof. Dr. J. Girona. Im Jahr 1990 wurde die Deutsche Gesellschaft für Koloproktologie gegründet. Im Jahr 2004 wurde dann erstmals durch die lokalen Ärztekammern eine Zusatzweiterbildung „Proktologie“ eingeführt. Die erste aufgezeichnete Therapie des Hämorrhoidalleidens findet sich 400 v. Chr. durch Hippokrates von Kos. Als Schutzheiliger der Hämorrhoidenpatienten und der Proktologen gilt der heilige St. Fiacrius. Auch Analabszesse und ihre Therapie mittels Abszessinzision, Fadendrainage und Fistelspaltung wurden bereits 450 v. Chr. von Hippokrates beschrieben. John von Ardene führte bereits 1350 n. Chr. eine Sondierung von Haupt‐ und Nebengängen durch. Der prominenteste Patient im Mittelalter mit einer Analfistel war wahrscheinlich der Sonnenkönig Ludwig XIV von Frankreich. Die erste umfangreiche wissenschaftliche Aufarbeitung erfolgte durch Stelzner 1959. Seit dem Jahr 2011 erschienen erstmals deutsche S3‐Leitlinien zu den häufigsten proktologischen Krankheitsbildern.