Lebensqualität in der Medizin
摘要
„Lebensqualität“ ist in vielen Bereichen der Medizin zu einem Schlüsselbegriff geworden. Mit der Novellierung der Genfer Ärztegelöbnisses im Jahr 2016 ist er – unter dem Namen – „Wohlbefinden“ – offizieller Teil des ärztlichen Ethos geworden. Allerdings kann die (Wieder-) Herstellung und Förderung von Lebensqualität zu den Kernaufgaben der Medizin nur insoweit gehören, als diese in einen Gesundheitsbezug aufweist und sich medizinischen Methoden beeinflussen lässt. Der Beitrag argumentiert, dass Lebensqualität als subjektive Größe verstanden werden sollte, die mit objektiven gesundheitlichen Größen nur unvollständig korreliert. Sie ist nicht zuletzt abhängig von den individuellen Maßstaben, mit denen der Einzelne seinen Gesundheitszustand und dessen direkte und indirekte Folgewirkungen bewertet. Wichtige Konsequenzen sind die Notwendigkeit einer weitestmöglichen Individualisierung der ärztlichen Indikation sowie der Einbeziehung der Aufklärung über lebensqualitätsrelevante Folgen einer ärztlichen Behandlung bzw. Nichtbehandlung in die ärztliche Aufklärung. Relevant wird diese Aufklärung vor allem bei hochaltrigen Patienten, bei denen sich die Behandlungsziele nicht von selbst verstehen.