Abhängigkeitserkrankungen können für die Betroffenen eine langjährige, oftmals lebenslange Erkrankung mit Phasen von psychischer und physischer Instabilität darstellen. Eine Suchtmittelabhängigkeit bedeutet eine starke Beeinträchtigung der Lebensqualität, oft verbunden mit einer Verkürzung der Lebenszeit. Die Möglichkeit, ein gutes Leben zu führen, ist aufgrund von psychischen und somatischen Begleiterkrankungen limitiert. Eine stoffgebundene Abhängigkeit wie eine Opiatabhängigkeit führt nicht selten zu gravierenden psychosozialen Folgen wie zu sozialem Abstieg und Kriminalität. Gesellschaftliche Ausgrenzung und Diskriminierung als Stigmatisierung sind Folgen der Abhängigkeitserkrankung. Eine opiatgestützte Substitutionsbehandlung kann dazu beitragen, eine somatische und psychische Stabilisierung des Betroffenen zu erreichen. Die Einführung dieser Therapiemöglichkeit in den USA und Schweden Ende der 1960er wurde international kontrovers diskutiert, in Deutschland dominierte lange ein abstinenzorientierter Ansatz, erst mit Änderung des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) wurde eine Substitutionsbehandlung unter ärztlicher Kontrolle möglich. Bis heute sind Menschen, die sich einer Substitutionsbehandlung unterziehen, einer gesellschaftlichen Stigmatisierung ausgesetzt. Darüber hinaus limitieren Versorgungslücken im Gesundheitssystem zunehmend den Zugang zu einer opiatgestützten Behandlung. Die Etablierung der homologen Substitutionsbehandlung zeigt ein medizinisches Arbeitsfeld auf, in dem eine Behandlung einer schweren Suchterkrankung durch eine medizinische Therapieoption zur Verbesserung von Lebensqualität beitragen kann. Durch die Reduktion von Morbidität und Mortalität werden Möglichkeiten geschaffen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen und den Zukunftshorizont für Perspektiven der Lebensgestaltung zu erweitern.

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Abhängigkeitserkrankungen und Lebensqualität

  • Anna-Karina Schomburg,
  • Christel Lüdecke

摘要

Abhängigkeitserkrankungen können für die Betroffenen eine langjährige, oftmals lebenslange Erkrankung mit Phasen von psychischer und physischer Instabilität darstellen. Eine Suchtmittelabhängigkeit bedeutet eine starke Beeinträchtigung der Lebensqualität, oft verbunden mit einer Verkürzung der Lebenszeit. Die Möglichkeit, ein gutes Leben zu führen, ist aufgrund von psychischen und somatischen Begleiterkrankungen limitiert. Eine stoffgebundene Abhängigkeit wie eine Opiatabhängigkeit führt nicht selten zu gravierenden psychosozialen Folgen wie zu sozialem Abstieg und Kriminalität. Gesellschaftliche Ausgrenzung und Diskriminierung als Stigmatisierung sind Folgen der Abhängigkeitserkrankung. Eine opiatgestützte Substitutionsbehandlung kann dazu beitragen, eine somatische und psychische Stabilisierung des Betroffenen zu erreichen. Die Einführung dieser Therapiemöglichkeit in den USA und Schweden Ende der 1960er wurde international kontrovers diskutiert, in Deutschland dominierte lange ein abstinenzorientierter Ansatz, erst mit Änderung des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) wurde eine Substitutionsbehandlung unter ärztlicher Kontrolle möglich. Bis heute sind Menschen, die sich einer Substitutionsbehandlung unterziehen, einer gesellschaftlichen Stigmatisierung ausgesetzt. Darüber hinaus limitieren Versorgungslücken im Gesundheitssystem zunehmend den Zugang zu einer opiatgestützten Behandlung. Die Etablierung der homologen Substitutionsbehandlung zeigt ein medizinisches Arbeitsfeld auf, in dem eine Behandlung einer schweren Suchterkrankung durch eine medizinische Therapieoption zur Verbesserung von Lebensqualität beitragen kann. Durch die Reduktion von Morbidität und Mortalität werden Möglichkeiten geschaffen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen und den Zukunftshorizont für Perspektiven der Lebensgestaltung zu erweitern.