Therapiebeendigung
摘要
Im Erwachsenenalter ist die Frage einer Therapiebeendigung auch bei erreichter Anfallsfreiheit aus mehreren Gründen heikel. Selbstlimitierende Epilepsiesyndrome sind in aller Regel auf Epilepsien im Kindesalter beschränkt. Insofern bedarf es stets einer sehr sorgfältigen Nutzen-Risiko-Abwägung, ob ein Absetzversuch vertretbar und realisierbar ist. Dass anfallssuppressive Medikamente generell so schlecht vertragen werden, dass keines von ihnen fortgesetzt eingenommen werden kann, ist eine Rarität. Ansonsten ist eine Beendigung der Therapie nur dann ein Thema, wenn längere Zeit vollständige Anfallsfreiheit besteht. Der Impetus zum Absetzen einer Therapie, die mit Anfallsfreiheit einhergeht, ist nahe liegender, wenn die medikamentöse Behandlung mit medikationsbedingten Langzeitneben- oder störwirkungen einhergeht, was bei einem beträchtlichen Prozentsatz der Fall ist und von Behandlern häufig übersehen oder nicht in angemessener Tragweite bewertet wird (Baker et al. 1997). Ein weiteres Szenario besteht darin, dass aufgrund einer neuen Komorbidität, etwa einer Karzinomerkrankung, eine lebensrettende Therapie (z. B. Chemotherapie) erforderlich wird, deren Wirksamkeit aufgrund der Langzeiteinnahme eines enzyminduzierenden ASM infrage gestellt ist. Dann würde man aber eher empfehlen, die bestehende Medikation durch ein in diesem Kontext geeigneteres ASM zu ersetzen, statt durch komplettes Absetzen das Risiko von Rezidivanfällen einzugehen, die das weitere Vorgehen weiter komplizieren würden.