In den letzten Jahren hat sich die A. radialis für die diagnostische Herzkatheteruntersuchung und für die meisten Interventionen als der Zugangsweg der ersten Wahl entwickelt. Vorteile sind vor allem die verringerte Blutungsneigung und dass der Patient sofort mobilisierbar ist. Meistens wird auch die Kompressionsphase als deutlich angenehmer empfunden. Da die A. radialis einen deutlich kleineren Gefäßdurchmesser im Vergleich zur A. femoralis aufweist, besteht eine höhere Spasmusgefahr. Um Spasmen zu vermeiden, sind eine ruhige Untersuchungsatmosphäre und ggf. eine Sedierung des Patienten sinnvoll. Die Gabe von Nitraten oder Verapamil i.c. kann zusätzlich zur Spasmusprophylaxe durchgeführt werden, ist meistens aber nicht erforderlich. Der klassische Punktionsort für die Herzkatheteruntersuchung über die A. radialis liegt ca. 1–2 cm kranial des tastbaren Griffelfortsatzes. Die Untersuchung wird meistens über die rechte A. radialis durchgeführt, alternativ ist die Untersuchung über die linke A. radialis möglich. Bei Untersuchungen über die linke A. radialis ist eine optimale Lagerung des Arms wichtig, für die die Benutzung eines Lagerungskissens sinnvoll ist. Der postinterventionelle Verschluss der A. radialis ist eine seltene, aber typische Komplikation, die bei ca. 5–7 % der Untersuchungen auftritt. Das Risiko kann durch eine adäquate Heparingabe von 5000 IE bei diagnostischen Untersuchungen und 70–100 IE/kg KG bei Interventionen und durch eine optimale Kompressionsart und -dauer reduziert werden. Alternativ zum herkömmlichen Punktionsort der A. radialis kann vor allem die A. radialis im Bereich der sogenannten Snuffbox oder die A. ulnaris benutzt werden. Um Komplikationen im Bereich der Punktionsstelle zu vermeiden, ist die Benutzung sogenannter Slenderschleusen, die eine dünnere Wand und somit einen geringeren Außendurchmesser als die herkömmlichen Schleusen besitzen, zu empfehlen. Bei Untersuchungen von der rechten A. radialis aus kann die gesamte Untersuchung oft mit einem einzigen Herzkatheter, z. B. dem sogenannten TIGER-Katheter, durchgeführt werden, hierdurch kann ein Katheterwechsel vermieden werden. Bei bypassoperierten Patienten ist zu beachten, dass bei der operativen In-situ-Benutzung eines IMA-L-Bypasses die linke A. radialis punktiert werden muss, um den Bypass darzustellen, von der rechten A. radialis aus kann der Bypass nicht erreicht werden. Der Bypass kann mit einem IMA-Katheter, manchmal auch mit einem JR-4-Katheter erreicht werden. Da der Abgangswinkel des IMA-Bypasses von der A. radialis aus steiler ist als von der A. femoralis aus, ist alternativ oft die Verwendung eines sogenannten IM-MOD-Katheters sinnvoll, da dieser einen steileren Primärwinkel aufweist als der herkömmliche IMA-Katheter. Die Kompression der Punktionsstelle nach Entfernung der Schleuse kann auf unterschiedliche Weise erfolgen. Im Alltag hat sich das sogenannte TR-Band bewährt. Das Band wird mit so viel Luft gefüllt (max. 18 ml), bis die Blutung sistiert, die Luft wird anschließend sukzessive abgelassen, in der Regel ist die Luft im TR-Band nach max. 3 Stunden komplett abgelassen.

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Radialer Zugangsweg und seine Besonderheiten

  • Michael Markant

摘要

In den letzten Jahren hat sich die A. radialis für die diagnostische Herzkatheteruntersuchung und für die meisten Interventionen als der Zugangsweg der ersten Wahl entwickelt. Vorteile sind vor allem die verringerte Blutungsneigung und dass der Patient sofort mobilisierbar ist. Meistens wird auch die Kompressionsphase als deutlich angenehmer empfunden. Da die A. radialis einen deutlich kleineren Gefäßdurchmesser im Vergleich zur A. femoralis aufweist, besteht eine höhere Spasmusgefahr. Um Spasmen zu vermeiden, sind eine ruhige Untersuchungsatmosphäre und ggf. eine Sedierung des Patienten sinnvoll. Die Gabe von Nitraten oder Verapamil i.c. kann zusätzlich zur Spasmusprophylaxe durchgeführt werden, ist meistens aber nicht erforderlich. Der klassische Punktionsort für die Herzkatheteruntersuchung über die A. radialis liegt ca. 1–2 cm kranial des tastbaren Griffelfortsatzes. Die Untersuchung wird meistens über die rechte A. radialis durchgeführt, alternativ ist die Untersuchung über die linke A. radialis möglich. Bei Untersuchungen über die linke A. radialis ist eine optimale Lagerung des Arms wichtig, für die die Benutzung eines Lagerungskissens sinnvoll ist. Der postinterventionelle Verschluss der A. radialis ist eine seltene, aber typische Komplikation, die bei ca. 5–7 % der Untersuchungen auftritt. Das Risiko kann durch eine adäquate Heparingabe von 5000 IE bei diagnostischen Untersuchungen und 70–100 IE/kg KG bei Interventionen und durch eine optimale Kompressionsart und -dauer reduziert werden. Alternativ zum herkömmlichen Punktionsort der A. radialis kann vor allem die A. radialis im Bereich der sogenannten Snuffbox oder die A. ulnaris benutzt werden. Um Komplikationen im Bereich der Punktionsstelle zu vermeiden, ist die Benutzung sogenannter Slenderschleusen, die eine dünnere Wand und somit einen geringeren Außendurchmesser als die herkömmlichen Schleusen besitzen, zu empfehlen. Bei Untersuchungen von der rechten A. radialis aus kann die gesamte Untersuchung oft mit einem einzigen Herzkatheter, z. B. dem sogenannten TIGER-Katheter, durchgeführt werden, hierdurch kann ein Katheterwechsel vermieden werden. Bei bypassoperierten Patienten ist zu beachten, dass bei der operativen In-situ-Benutzung eines IMA-L-Bypasses die linke A. radialis punktiert werden muss, um den Bypass darzustellen, von der rechten A. radialis aus kann der Bypass nicht erreicht werden. Der Bypass kann mit einem IMA-Katheter, manchmal auch mit einem JR-4-Katheter erreicht werden. Da der Abgangswinkel des IMA-Bypasses von der A. radialis aus steiler ist als von der A. femoralis aus, ist alternativ oft die Verwendung eines sogenannten IM-MOD-Katheters sinnvoll, da dieser einen steileren Primärwinkel aufweist als der herkömmliche IMA-Katheter. Die Kompression der Punktionsstelle nach Entfernung der Schleuse kann auf unterschiedliche Weise erfolgen. Im Alltag hat sich das sogenannte TR-Band bewährt. Das Band wird mit so viel Luft gefüllt (max. 18 ml), bis die Blutung sistiert, die Luft wird anschließend sukzessive abgelassen, in der Regel ist die Luft im TR-Band nach max. 3 Stunden komplett abgelassen.