Die Gesundheit bewegt sich zunehmend im Spagat zwischen evidenzbasierter Hochleistungsmedizin und subjektiver Selbstwirksamkeit, im Sinne einer erhöhten Patientencompliance und Selbstverantwortung. Diese ist Ausdruck eines Paradigmenwechsels in Richtung eines erhöhten Gesundheitsinvolvements. Sinnbildlich hierfür sind die LOHAS-Zielgruppen zu nennen, die sich einem Lifestyle of Health and Sustainability verpflichten. Im Vordergrund steht dabei das Bestreben, durch Selbstvermessung der körperlichen Leistungsfähigkeiten und korrespondierender Vitalparameter (Quantified Self) einen Zustand der Selbstoptimierung zu erreichen. KI-induzierte Wearables und Implantables werden künftig hoch involvierte Gesundheitszielgruppen dabei unterstützen, die persönliche Gesundheit „in die eigene Hand“ zu nehmen. Die klassisch evidenz- und eminenzbasierte Versorgung verliert in diesem Kontext nicht an Relevanz, doch evolvieren Cases zunehmend zu Clients, die Gesundheitsdienstleistungen auf Augenhöhe erwarten, ohne dabei paternalistisch bevormundet zu werden. Der vorliegende Beitrag zeigt Wege auf, wie sich Patienten von der evidenz- und eminenzbasierten Medizin emanzipieren können, um vom eher passiven Versorgungsfall zu einem aktiven Co-Value-Creator zu werden. Unter dem Schlagwort der Longevity lassen sich dabei alle Maßnahmen subsumieren, die auf eine Verlängerung der Lifespan, Healthspan und Workspan abzielen. Was künftig zählt, ist weniger das kalendarische Alter, sondern der Grad an biologischer und psychosozialer Fitness, um den demografischen Wandel zu meistern. Eine expertenzentrierte Versorgung bedarf einer Arrondierung, um patientenzentrierte Aspekte der Selbstwirksamkeit im Sinne einer hohen Gesundheits-, Sport- und Präventionskompetenz zu vermitteln.

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Gesundheit im Spagat zwischen evidenzbasierter Hochleistungsmedizin und subjektiver Selbstwirksamkeit – von der Eminenz- zur Patientenversorgung

  • Andrea Braun von Reinersdorff,
  • Christoph Rasche,
  • Erika Raab

摘要

Die Gesundheit bewegt sich zunehmend im Spagat zwischen evidenzbasierter Hochleistungsmedizin und subjektiver Selbstwirksamkeit, im Sinne einer erhöhten Patientencompliance und Selbstverantwortung. Diese ist Ausdruck eines Paradigmenwechsels in Richtung eines erhöhten Gesundheitsinvolvements. Sinnbildlich hierfür sind die LOHAS-Zielgruppen zu nennen, die sich einem Lifestyle of Health and Sustainability verpflichten. Im Vordergrund steht dabei das Bestreben, durch Selbstvermessung der körperlichen Leistungsfähigkeiten und korrespondierender Vitalparameter (Quantified Self) einen Zustand der Selbstoptimierung zu erreichen. KI-induzierte Wearables und Implantables werden künftig hoch involvierte Gesundheitszielgruppen dabei unterstützen, die persönliche Gesundheit „in die eigene Hand“ zu nehmen. Die klassisch evidenz- und eminenzbasierte Versorgung verliert in diesem Kontext nicht an Relevanz, doch evolvieren Cases zunehmend zu Clients, die Gesundheitsdienstleistungen auf Augenhöhe erwarten, ohne dabei paternalistisch bevormundet zu werden. Der vorliegende Beitrag zeigt Wege auf, wie sich Patienten von der evidenz- und eminenzbasierten Medizin emanzipieren können, um vom eher passiven Versorgungsfall zu einem aktiven Co-Value-Creator zu werden. Unter dem Schlagwort der Longevity lassen sich dabei alle Maßnahmen subsumieren, die auf eine Verlängerung der Lifespan, Healthspan und Workspan abzielen. Was künftig zählt, ist weniger das kalendarische Alter, sondern der Grad an biologischer und psychosozialer Fitness, um den demografischen Wandel zu meistern. Eine expertenzentrierte Versorgung bedarf einer Arrondierung, um patientenzentrierte Aspekte der Selbstwirksamkeit im Sinne einer hohen Gesundheits-, Sport- und Präventionskompetenz zu vermitteln.