Der Beitrag entfaltet im Anschluss an den Ansatz der globalen Religionsgeschichte „verflochtenes Wissen“ als zentrale analytische Leitperspektive der Interkulturellen Theologie. Der Beitrag zeigt mithilfe postkolonialer und kulturwissenschaftlicher Zugänge zum Gegenstand ‚Religion‘, dass zentrale Begriffe und Wissensordnungen moderner Theologie und Religionswissenschaft in globalen, kolonial geprägten Aushandlungsprozessen entstanden sind. Am Beispiel transkultureller Übersetzungsprozesse zwischen Europa und Indien – insbesondere in den Debatten über Hinduismus, Mission, religiöse Erfahrung und Ashrams – wird deutlich, dass moderne Selbstverständnisse von Christentum und Hinduismus aus wechselseitigen Übersetzungs- und Aushandlungsprozessen hervorgegangen sind. Interkulturelle Theologie wird daher als reflexive Disziplin bestimmt, die im Anschluss an eine globale Religionsgeschichte diese genealogischen Verflechtungen kritisch im Hinblick auf theologische Fragestellungen reflektiert und die Theologie befähigt, die globale Vielfalt des Christentums und seine Interaktionen mit anderen religiösen Traditionen adäquat zu erfassen.

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Verflochtene Religion – verflochtenes Wissen

  • Ulrike Schröder

摘要

Der Beitrag entfaltet im Anschluss an den Ansatz der globalen Religionsgeschichte „verflochtenes Wissen“ als zentrale analytische Leitperspektive der Interkulturellen Theologie. Der Beitrag zeigt mithilfe postkolonialer und kulturwissenschaftlicher Zugänge zum Gegenstand ‚Religion‘, dass zentrale Begriffe und Wissensordnungen moderner Theologie und Religionswissenschaft in globalen, kolonial geprägten Aushandlungsprozessen entstanden sind. Am Beispiel transkultureller Übersetzungsprozesse zwischen Europa und Indien – insbesondere in den Debatten über Hinduismus, Mission, religiöse Erfahrung und Ashrams – wird deutlich, dass moderne Selbstverständnisse von Christentum und Hinduismus aus wechselseitigen Übersetzungs- und Aushandlungsprozessen hervorgegangen sind. Interkulturelle Theologie wird daher als reflexive Disziplin bestimmt, die im Anschluss an eine globale Religionsgeschichte diese genealogischen Verflechtungen kritisch im Hinblick auf theologische Fragestellungen reflektiert und die Theologie befähigt, die globale Vielfalt des Christentums und seine Interaktionen mit anderen religiösen Traditionen adäquat zu erfassen.