Der Beitrag argumentiert, dass bei einer sozialwissenschaftlichen Forschung, insbesondere in einem sich von dem des*der Forschenden unterscheidenden ‚Kulturraum‘, nicht nur Barrieren von Sprache und Kultur zu überwinden sind. Es muss auch in Betracht gezogen werden, dass der Untersuchungsgegenstand an sich, also die Gesellschaft oder ein Aspekt derselben, ganz anders interpretiert und erfahren wird. Um dies zu verdeutlichen, bringt der Aufsatz in einem ersten Schritt Überlegungen zum Verhältnis zwischen Sprache und Gesellschaft, um dann sozialwissenschaftliches Verstehen genauer zu betrachten. Die Diskussion des Verstehensbegriffs zeigt auf, dass es aus sozialwissenschaftlicher Perspektive nicht nur wichtig ist, Bedeutungen, Symbole und Handlungen, sondern auch ein Dasein zu verstehen. Das Dasein des Menschen ist ein gesellschaftliches und wird stark durch die sozialen Strukturen bestimmt. Umgekehrt sind die sozialen Strukturen aber zumindest teilweise sinnhaft und müssen inkorporiert sein, um zu existieren. Die inkorporierte Interpretation von Kollektivität bezeichnen wir als soziale Ontologie. Der Aufsatz geht daher den Fragen nach, was eine soziale Ontologie ist und was Verstehen zwischen sozialen Ontologien bedeutet. Sie werden am Beispiel einer Fallstudie aus Thailand erläutert.

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Was heißt eine Fremdsprache verstehen?

  • Benjamin Baumann,
  • Boike Rehbein

摘要

Der Beitrag argumentiert, dass bei einer sozialwissenschaftlichen Forschung, insbesondere in einem sich von dem des*der Forschenden unterscheidenden ‚Kulturraum‘, nicht nur Barrieren von Sprache und Kultur zu überwinden sind. Es muss auch in Betracht gezogen werden, dass der Untersuchungsgegenstand an sich, also die Gesellschaft oder ein Aspekt derselben, ganz anders interpretiert und erfahren wird. Um dies zu verdeutlichen, bringt der Aufsatz in einem ersten Schritt Überlegungen zum Verhältnis zwischen Sprache und Gesellschaft, um dann sozialwissenschaftliches Verstehen genauer zu betrachten. Die Diskussion des Verstehensbegriffs zeigt auf, dass es aus sozialwissenschaftlicher Perspektive nicht nur wichtig ist, Bedeutungen, Symbole und Handlungen, sondern auch ein Dasein zu verstehen. Das Dasein des Menschen ist ein gesellschaftliches und wird stark durch die sozialen Strukturen bestimmt. Umgekehrt sind die sozialen Strukturen aber zumindest teilweise sinnhaft und müssen inkorporiert sein, um zu existieren. Die inkorporierte Interpretation von Kollektivität bezeichnen wir als soziale Ontologie. Der Aufsatz geht daher den Fragen nach, was eine soziale Ontologie ist und was Verstehen zwischen sozialen Ontologien bedeutet. Sie werden am Beispiel einer Fallstudie aus Thailand erläutert.