Dialekt in der qualitativen Sozialforschung
摘要
Der Beitrag richtet den Blick auf Dialekt als Forschungsgegenstand und Dimension methodischer Sensibilisierung. Er widmet sich damit einem Fokus, der bisher in der qualitativen Sozialforschung nur wenig Beachtung gefunden hat, aber in viele Projekte unbewusst einfließt. In sozialwissenschaftlich etablierten Formen sprachbasierter Datenerhebungen, wie etwa Interviews, ist Dialekt oft beteiligt, dies aber meist in unsichtbarer Form, beispielsweise wenn das dialektgefärbte Interview schon bei Transkription in Standardsprache übersetzt wird –, ohne dass dieser Umstand explizit benannt wird. Mein Beitrag schreibt gegen diese Unsichtbarkeit an und beleuchtet Dialekt als Forschungsgegenstand und dessen Dimensionen in der qualitativen Sozialforschung, basierend auf Erfahrungen aus einem Forschungsprojekt mit geflüchteten Arbeitnehmer*innen im ländlichen Oberbayern. Methodisch werden die Rolle von Dialekt in der Feldforschung sowie Verfahren zu dessen Transkription und Zitation reflektiert und die Bedeutung von Dialekt für die geflüchteten Forschungspartner*innen dargestellt.