Intersprachliche Sensibilität und akademische Wissensproduktion
摘要
Akteur*innen der akademischen Wissensproduktion (Forscher*innen, Reviewer*innen etc.) handeln im Rahmen ihrer Tätigkeiten mannigfaltig in mehrsprachig-interkulturellen Kontexten. Sie werden dabei mit einer Komplexität des Fremdverstehens konfrontiert, die vom Aufeinandertreffen von (Fremd-)Sprachen und soziokulturell diversen Praktiken geprägt ist. Für den Umgang damit gilt es, epistemisch sinnvolle und forschungspragmatisch gangbare Wege zu finden. An dieser Notwendigkeit knüpft der vorliegende Beitrag an, indem er Intersprachlichkeit und Intersprachlicher Sensibilität gewidmet ist. Letztere sehen wir als eine Kompetenz, die beispielsweise Wissenschaftler*innen dabei unterstützen kann, mittels der kritisch-reflexiven Auseinandersetzung mit dem Aufeinandertreffen von (Fremd-)Sprachen die epistemische Güte und Gerechtigkeit von mehrsprachig-interkultureller Forschung zu stärken. Entsprechend diskutieren wir Intersprachliche Sensibilität mit zwei Schwerpunkten: Erstens zeigen wir fokussiert auf qualitative Forschung auf, wie wichtig es ist, angestrebte Gütekriterien im Hinblick auf den Einfluss von (Fremd-)Sprache zu durchdenken, und deuten auf Chancen, die sich dadurch für die Güte von Forschung ergeben. Zweitens reflektieren wir, inwiefern Intersprachliche Sensibilität zur epistemischen Gerechtigkeit von Forschung und damit zu einer für epistemische Vielfalt sensibleren Wissensproduktion beitragen kann. Beide Analysestränge machen deutlich, dass der bewusste Umgang mit (Fremd-)Sprache nicht nur herausfordernd, sondern in vielerlei Hinsicht wertvoll für die akademische Wissensproduktion ist.