Der Beitrag diskutiert, wie qualitativ Forschende mit den Herausforderungen multilingual-interkultureller Forschungskontexte produktiv umgehen können. Wir bauen dabei auf Erfahrungen aus zwei interviewbasierten Forschungsprojekten auf, die sich durch sehr unterschiedliche Sprachkonstellationen auszeichneten. Anhand empirischer Beispiele wird deutlich, dass es für den Umgang mit multilingual-interkulturellen Forschungskontexten keine Standardlösung geben kann. Vielmehr gilt es, die jeweilige Forschungsrealität zu reflektieren, um flexibel mit den Herausforderungen der sprachlichen und kulturellen Konstellationen umzugehen. Unter Rückgriff auf erkenntnistheoretische Grundlagen des interpretativen Paradigmas, insbesondere den Umgang mit Fremdheit, plädieren wir dafür, dass sich Wissenschaftler*innen nicht von den Herausforderungen multilingual-interkultureller Forschungskontexte abschrecken lassen sollten, sondern auch und gerade in diesem Kontext auf ein Verfahrenswissen bauen können, das sich an den Grundprinzipien qualitativer Forschung orientiert und dabei die Strategie der Befremdung nutzt.

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Befremdung durch Sprache

  • Nadine Jukschat,
  • Franz Erhard,
  • Kornelia Sammet

摘要

Der Beitrag diskutiert, wie qualitativ Forschende mit den Herausforderungen multilingual-interkultureller Forschungskontexte produktiv umgehen können. Wir bauen dabei auf Erfahrungen aus zwei interviewbasierten Forschungsprojekten auf, die sich durch sehr unterschiedliche Sprachkonstellationen auszeichneten. Anhand empirischer Beispiele wird deutlich, dass es für den Umgang mit multilingual-interkulturellen Forschungskontexten keine Standardlösung geben kann. Vielmehr gilt es, die jeweilige Forschungsrealität zu reflektieren, um flexibel mit den Herausforderungen der sprachlichen und kulturellen Konstellationen umzugehen. Unter Rückgriff auf erkenntnistheoretische Grundlagen des interpretativen Paradigmas, insbesondere den Umgang mit Fremdheit, plädieren wir dafür, dass sich Wissenschaftler*innen nicht von den Herausforderungen multilingual-interkultureller Forschungskontexte abschrecken lassen sollten, sondern auch und gerade in diesem Kontext auf ein Verfahrenswissen bauen können, das sich an den Grundprinzipien qualitativer Forschung orientiert und dabei die Strategie der Befremdung nutzt.