In der Gesundheitsversorgung ist die Patient:innenzentrierung (PZ) ein zunehmend gefordertes Ziel (Hoefert 2011; Farin 2014; Epstein und Street 2011; Oluoch et al. 2023). Interprofessionelles Lernen an realen Fallsituationen mittels Narrativen zu Gesundheit und Krankheit kann die PZ in den Gesundheitsberufen fördern und wird in diesem Beitrag in drei Perspektiven eingebettet: a) die Perspektive von Studierenden, b) die Perspektive von Lehrpersonen, c) die Perspektive von Simulationspersonen für die Vorbereitung auf Lern- und Prüfungssituationen, um die Patient:innenrollen überzeugend und realitätsnäher darstellen zu können. Interprofessionelle, an der Fallsituation ausgerichtete Lernsettings, die sich auf theoretische Versorgungsmodelle wie beispielsweise von Scholl et al. (2014a), Chu et al. (2020) oder das biopsychosoziale Modell der ICF (WHO 2005) stützen, können ein patient:innenzentriertes Praxishandeln fördern, wie lerntheoretische Ansätze zu Case-Based Lectures (Zumbach et al. 2007; İlgüy et al. 2014; Jevne et al. 2021) zeigen. Als Zugang zu qualitätsgesicherten, realen Patient:innenerfahrungen dient die internationale DIPEx-Datenbank (Database of Individual Patients’ Experiences), um Lernenden in Gesundheitsberufen interprofessionelles, fallbasiertes Lernen aus Sicht von Patient:innen und deren Erfahrungen zu ermöglichen (Powell et al. 2013; Herxheimer et al. 2000). Dabei stehen für kompetenzorientiertes Lernen Empathie, Dialogfähigkeit, Reflexion, aktives Zuhören bei Schilderungen einer Fallsituation als Teilkomponenten für den Erwerb narrativer Kompetenz und kooperative, fachbezogene Kompetenzen im Zentrum. Über DIPEx-Datenbanken erhalten Studierende in Gesundheitsberufen einen Einblick in das Krankheitserleben von Patient:innen und deren Angehörigen bei chronischen Erkrankungen oder komplexen Gesundheitssituationen.

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Fallbasiertes Lernen zur Förderung von narrativer Kompetenz in der interprofessionellen Ausbildung von Gesundheitsberufen

  • Andrea Glässel

摘要

In der Gesundheitsversorgung ist die Patient:innenzentrierung (PZ) ein zunehmend gefordertes Ziel (Hoefert 2011; Farin 2014; Epstein und Street 2011; Oluoch et al. 2023). Interprofessionelles Lernen an realen Fallsituationen mittels Narrativen zu Gesundheit und Krankheit kann die PZ in den Gesundheitsberufen fördern und wird in diesem Beitrag in drei Perspektiven eingebettet: a) die Perspektive von Studierenden, b) die Perspektive von Lehrpersonen, c) die Perspektive von Simulationspersonen für die Vorbereitung auf Lern- und Prüfungssituationen, um die Patient:innenrollen überzeugend und realitätsnäher darstellen zu können. Interprofessionelle, an der Fallsituation ausgerichtete Lernsettings, die sich auf theoretische Versorgungsmodelle wie beispielsweise von Scholl et al. (2014a), Chu et al. (2020) oder das biopsychosoziale Modell der ICF (WHO 2005) stützen, können ein patient:innenzentriertes Praxishandeln fördern, wie lerntheoretische Ansätze zu Case-Based Lectures (Zumbach et al. 2007; İlgüy et al. 2014; Jevne et al. 2021) zeigen. Als Zugang zu qualitätsgesicherten, realen Patient:innenerfahrungen dient die internationale DIPEx-Datenbank (Database of Individual Patients’ Experiences), um Lernenden in Gesundheitsberufen interprofessionelles, fallbasiertes Lernen aus Sicht von Patient:innen und deren Erfahrungen zu ermöglichen (Powell et al. 2013; Herxheimer et al. 2000). Dabei stehen für kompetenzorientiertes Lernen Empathie, Dialogfähigkeit, Reflexion, aktives Zuhören bei Schilderungen einer Fallsituation als Teilkomponenten für den Erwerb narrativer Kompetenz und kooperative, fachbezogene Kompetenzen im Zentrum. Über DIPEx-Datenbanken erhalten Studierende in Gesundheitsberufen einen Einblick in das Krankheitserleben von Patient:innen und deren Angehörigen bei chronischen Erkrankungen oder komplexen Gesundheitssituationen.