Psychologische Beurteilung von Teilhabeeinschränkungen
摘要
Teilhabe ist ein sozialrechtlicher Orientierungsbegriff, der diverse Untersuchungs-, Erhebungs-, Urteils- und Entscheidungsprozesse beeinflusst. Seine konkrete Bedeutung bemisst sich daran, in welchem rechtlichen Kontext dem Einzelnen ein selbstbestimmtes Leben in der Gemeinschaft trotz beeinträchtigender Bedingungen ermöglicht werden soll. Die Beurteilung von Teilhabeeinschränkungen stützt sich derzeit v. a. auf das Klassifikationssystem ICF. Der Beitrag zeigt Probleme der aktuellen Bewertungspraxis und macht Vorschläge zu einem mehrstufigen Bewertungsprozess, in dem v. a. die Grenze zwischen krankheitsbedingten und nicht krankheitsbedingten Einschränkungen der Teilhabe präzisiert wird. Dazu erforderlich ist die Unterscheidung dispositioneller und prozesshafter Analysen und eine Differenzierung übergeordneter Funktionssysteme (Gesundheit, Krankheit, Leistung). Es wird empfohlen, durch den systematischen Vergleich von Gesundheits- und Krankheitseigenschaften das individuelle Muster für teilhaberelevante Verhaltensdispositionen zu bestimmen und auf dieser Grundlage die dynamische Wechselwirkung aus Anforderungsbedingungen, krankheitsbedingten Einschränkungen der funktionalen Gesundheit und intakten Funktionen bzw. Ressourcen zu bewerten.