Validierung bei erhöhtem Risiko positiv verzerrter Angaben
摘要
Positive Antwortverzerrungen bezeichnen die Tendenz, sich bei Aussagen über die eigene Person weniger an tatsächlichen als an erwünschten Merkmalen der eigenen Person zu orientieren. Die Tendenz zu positiv verzerrter Selbstbeschreibung ist im Kontext der Personenbefragung weit verbreitet und kann besonders ausgeprägt sein in Situationen, in denen die befragte Person ein forciertes Interesse an einer uneingeschränkt positiven Selbstdarstellung hat. Dies trifft z. B. zu auf Untersuchungen zur Beurteilung von Fahreignung, Geschäftsfähigkeit, Sorgerechtsentscheidungen, Haftentlassung oder bei beruflichen Personalentscheidungen. Der Beitrag nennt Prinzipien der Erfassung positiv verzerrter Selbstbeschreibungen. Im Fokus stehen Kontrollskalen des MMPI-2 zur Erfassung positiver Antwortverzerrungen. Für zwei Gruppen mit erhöhtem Risiko für positive Antwortverzerrungen (familienrechtliche Begutachtung, Straf- und Maßregelvollzug) werden Normwerte dargestellt, anhand derer Antworttendenzen quantitativ beurteilt werden können.