Hämostase
摘要
Störungen der Hämostase können sowohl zu einer vermehrten Blutungsneigung (hämorrhagische Diathese) als auch zu einer vermehrten Thromboseneigung (Thrombophilie) führen. Diese können angeboren oder im Laufe des Lebens erworben sein und betreffen sowohl die primäre als auch die sekundäre Hämostase. Für die Begutachtung spielen insbesondere die erworbenen Störungen der Hämostase eine Rolle. Diese können in der Folge einer medikamentösen Therapie, einer Toxinexposition, aber auch im Rahmen anderer Grunderkrankungen auftreten. In Arzthaftungsverfahren stehen im Rahmen gutachterlicher Fragestellungen Dosierungsprobleme, Applikationsdauer und Kombination mit Antikoagulantien, Thrombozytenfunktionshemmern oder Fibrinolytika im Vordergrund. Hier gilt es u. a. zu prüfen, ob die Kontraindikationen einer Lysetherapie angemessen berücksichtigt wurden und kein Aufklärungsfehler vorlag. Ärztliche Begutachtungen bei Krankheiten der Hämostase müssen daher die Indikationen, die Begleiterkrankungen, die Dosierungen und Therapieleitlinien sowie die Interaktionen berücksichtigen. Die angemessene Aufklärung vor einer Antikogulation eines Patienten hat zentrale Bedeutung.