Der sozial-ökologische Nachhaltigkeitsdiskurs, der in den untersuchten Ratgebern zu nachhaltigen Geldanlagen prozessiert wird, erzeugt die nachhaltige Geldanlage als eine Anlageweise, die nicht nur den herkömmlichen Zwecken der Geldanlage dient, sondern dabei auch im Sinne des Leitbilds der nachhaltigen Entwicklung auf Veränderungen und die Sicherung einer lebenswerten Zukunft ausgerichtet ist. Im Rahmen der im vorhergehenden Abschnitt behandelten Konstruktion der nachhaltigen Geldanlage in und durch diesen Diskurs wird sie, eben als eine Anlagepraxis, immer unmittelbar an die anlegenden Akteure, besser: an ein Anleger:innensubjekt geknüpft. Die Analyse der im untersuchten Diskurs vorfindlichen Phänomenstrukturen hat diesbezüglich bereits gezeigt, dass er eine Reihe von Subjektpositionen bereithält, die in Teilen in den Bereich seiner Grundstruktur fallen, in Teilen aber auch Effekte der Anschlüsse an historisch je konkrete gesellschaftliche Problemdebatten darstellen und sich über die Phasen des Diskurses hinweg verändern: auf der einen Seite stets konstant die grünen Unternehmer:innen, die als Pionier:innen der nachhaltigen Wirtschaft die Unterstützung durch die Anleger:innen benötigen, sowie die Akteure der konventionellen Wirtschaft, die in ihrem Profitinteresse bzw. als neutrale Funktionen des Marktes von den Anleger:innen abhängen und von ihnen zu Verhaltensänderungen gebracht werden müssen; auf der anderen Seite finden sich in der zweiten Phase die Banker, die als Personifikationen des als schädliches System gedeuteten profitorientierten Finanzkapitalismus Gegenstand von Kritik sind sowie in der dritten Phase die Klimaaktivist:innen, die als Held:innen des gemeinsamen Kampfes für eine bessere Welt gewissermaßen als ideelle Partner:innen der Akteure der nachhaltigen Geldanlage angesprochen sind.

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Das Modellsubjekt des sozial-ökologischen Diskurses nachhaltiger Geldanlagen: Die verantwortungsvolle Anleger:in

  • Martin Blessinger

摘要

Der sozial-ökologische Nachhaltigkeitsdiskurs, der in den untersuchten Ratgebern zu nachhaltigen Geldanlagen prozessiert wird, erzeugt die nachhaltige Geldanlage als eine Anlageweise, die nicht nur den herkömmlichen Zwecken der Geldanlage dient, sondern dabei auch im Sinne des Leitbilds der nachhaltigen Entwicklung auf Veränderungen und die Sicherung einer lebenswerten Zukunft ausgerichtet ist. Im Rahmen der im vorhergehenden Abschnitt behandelten Konstruktion der nachhaltigen Geldanlage in und durch diesen Diskurs wird sie, eben als eine Anlagepraxis, immer unmittelbar an die anlegenden Akteure, besser: an ein Anleger:innensubjekt geknüpft. Die Analyse der im untersuchten Diskurs vorfindlichen Phänomenstrukturen hat diesbezüglich bereits gezeigt, dass er eine Reihe von Subjektpositionen bereithält, die in Teilen in den Bereich seiner Grundstruktur fallen, in Teilen aber auch Effekte der Anschlüsse an historisch je konkrete gesellschaftliche Problemdebatten darstellen und sich über die Phasen des Diskurses hinweg verändern: auf der einen Seite stets konstant die grünen Unternehmer:innen, die als Pionier:innen der nachhaltigen Wirtschaft die Unterstützung durch die Anleger:innen benötigen, sowie die Akteure der konventionellen Wirtschaft, die in ihrem Profitinteresse bzw. als neutrale Funktionen des Marktes von den Anleger:innen abhängen und von ihnen zu Verhaltensänderungen gebracht werden müssen; auf der anderen Seite finden sich in der zweiten Phase die Banker, die als Personifikationen des als schädliches System gedeuteten profitorientierten Finanzkapitalismus Gegenstand von Kritik sind sowie in der dritten Phase die Klimaaktivist:innen, die als Held:innen des gemeinsamen Kampfes für eine bessere Welt gewissermaßen als ideelle Partner:innen der Akteure der nachhaltigen Geldanlage angesprochen sind.