Das Konzept der Conspirituality/Konspiritualität
摘要
Das Kapitel diskutiert das Konzept der Konspiritualität (Conspirituality) als ideologische Verschränkung von Verschwörungsnarrativen und esoterischer Spiritualität. Ausgehend von Charlotte Ward und David Voas' Konzeption wird die Genese in zwei Phasen rekonstruiert und um deutschsprachige Akteur_innen wie Jan van Helsing, Erich von Däniken, KenFM und Klagemauer.tv ergänzt. Methodische und ideologische Kritik wird im Anschluss an Remski, Beres und Walker an Wards eigener Verstrickung mit konspirituellen Milieus formuliert. Egil Asprem und Asbjørn Dyrendal werden als Gegenposition entfaltet: Sie verstehen Konspiritualität nicht als überraschende Fusion, sondern als historisch gewachsene Konstellation innerhalb des cultic milieu (Campbell), der occulture (Partridge) und des stigmatisierten Wissens (Barkun). Die ideengeschichtliche Linie von James Webb über die Theosophie und die Protokolle der Weisen von Zion bis zu Guénon, Steiner und Evola wird als Beleg dafür herangezogen, dass die Verbindung von Esoterik und Verschwörungsdenken eine über Jahrhunderte gewachsene Binnenstruktur okkulter Milieus darstellt.