Impfskepsis als Bindeglied von Verschwörungsnarrativen und alternativen Heilmethoden
摘要
Das Kapitel skizziert Impfskepsis als diskursives Gelenkstück zwischen Alternativmedizin, Esoterik und Verschwörungsnarrativen. Nach einer historischen Einordnung der deutschen Impfskepsis seit dem Reichsimpfgesetz von 1874 und der ambivalenten nationalsozialistischen Impfpolitik wird der durch Andrew Wakefields 1998 zurückgezogene Studie ausgelöste Wandel hin zu pseudowissenschaftlichen Autismus-Narrativen rekonstruiert. Aktuelle Entwicklungen unter Robert F. Kennedy Jr. als US-Gesundheitsminister werden ebenso analysiert wie die durch die COVID-19-Pandemie verstärkten impfbezogenen Verschwörungsnarrative. Empirische Studien aus den USA, Australien und Deutschland zeigen, dass impfbezogener Verschwörungsglaube nicht primär Kontrollbedürfnisse befriedigt, sondern Ohnmachtsgefühle verstärkt und mit alternativmedizinischen Weltbildern, Wissenschaftsmisstrauen und geringerer Impfbereitschaft korreliert.