Braune Esoterik
摘要
Das Kapitel rekonstruiert ideen- und organisationsgeschichtlich die als Braune Esoterik bezeichnete Verflechtung rechter, völkischer und antisemitischer Ideologien mit esoterischen Weltdeutungen. Ausgehend von der Ariosophie Guido von Lists und Jörg Lanz von Liebenfels' werden die theosophisch-rassistischen Grundlagen einer völkisch-okkulten Tradition nachgezeichnet, die in die Vorgeschichte der NSDAP hineinreicht, ohne als Nazi-Okkultismus im populären Sinne missverstanden werden zu dürfen. Die ideengeschichtlichen Arbeiten von James Webb werden als bislang unterschätzte Grundlage einer kultursoziologischen Analyse esoterischer Strömungen rehabilitiert. Im Anschluss wird der Wiener Kreis um Wilhelm Landig, Rudolf Mund und Erich Halik als Erfindungsort des modernen Nazi-Okkultismus-Mythos analysiert, gefolgt von einer detaillierten Rekonstruktion des esoterischen Hitlerismus Savitri Devis und Miguel Serranos. Aktuelle Ausprägungen werden anhand der völkischen Anastasia-Siedlungsbewegung, Ivo Saseks OCG/Klagemauer-TV-Netzwerk sowie zentraler Verlage wie Kopp, Amadeus und Arun untersucht.