Das Kapitel verortet (moderne westliche) Esoterik begrifflich, ideengeschichtlich und soziologisch. Verschiedene Forschungsperspektiven werden vergleichend diskutiert: die typologisch-historische Konzeption Antoine Faivres, Wouter Hanegraaffs Konzept des rejected knowledge, Kocku von Stuckrads diskursanalytischer Ansatz, Hartmut Zinsers empirische Definition, Michael Bergunders Verständnis von Esoterik als leerer Signifikant sowie soziologische Zugänge von Edward Tiryakian und Kennet Granholm. Als zentrale ideen- und institutionsgeschichtliche Stränge werden die Theosophische Gesellschaft Helena Petrovna Blavatskys und die von Rudolf Steiner begründete Anthroposophie rekonstruiert, einschließlich ihrer Wurzelrassenlehren, der Waldorfpädagogik, der biologisch-dynamischen Landwirtschaft und der wirtschaftlichen Netzwerke um Weleda, dm, Alnatura und die GLS Bank. Die okkultismuskritische Position Adornos und Horkheimers wird abschließend erörtert. Auf dieser Grundlage wird eine eigene Arbeitsdefinition entwickelt, die strukturelle Anschlussstellen zu Verschwörungsnarrativen und autoritärem Denken markiert.

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(Westliche) Esoterik

  • Nora Feline Pösl

摘要

Das Kapitel verortet (moderne westliche) Esoterik begrifflich, ideengeschichtlich und soziologisch. Verschiedene Forschungsperspektiven werden vergleichend diskutiert: die typologisch-historische Konzeption Antoine Faivres, Wouter Hanegraaffs Konzept des rejected knowledge, Kocku von Stuckrads diskursanalytischer Ansatz, Hartmut Zinsers empirische Definition, Michael Bergunders Verständnis von Esoterik als leerer Signifikant sowie soziologische Zugänge von Edward Tiryakian und Kennet Granholm. Als zentrale ideen- und institutionsgeschichtliche Stränge werden die Theosophische Gesellschaft Helena Petrovna Blavatskys und die von Rudolf Steiner begründete Anthroposophie rekonstruiert, einschließlich ihrer Wurzelrassenlehren, der Waldorfpädagogik, der biologisch-dynamischen Landwirtschaft und der wirtschaftlichen Netzwerke um Weleda, dm, Alnatura und die GLS Bank. Die okkultismuskritische Position Adornos und Horkheimers wird abschließend erörtert. Auf dieser Grundlage wird eine eigene Arbeitsdefinition entwickelt, die strukturelle Anschlussstellen zu Verschwörungsnarrativen und autoritärem Denken markiert.