Das Kapitel bündelt den empirischen Forschungsstand zu den Verschränkungen von Verschwörungsglauben, Spiritualität und sogenannten alternativen Heilmethoden. Aktuelle quantitative Studien aus Deutschland, Italien, Finnland, der Slowakei und Australien werden hinsichtlich ihrer Befunde zu Religiosität versus Spiritualität, gesundheitlichen Entscheidungen und impfbezogenen Einstellungen vergleichend ausgewertet. Insbesondere die Differenzierung zwischen aktiver und passiver Spiritualität (Endtricht), die Rolle ontologischer Verwirrungen, magisch-pseudowissenschaftlicher Überzeugungen und externaler Kontrollvorstellungen sowie die ambivalente Funktion epistemischer Rationalität in CAM-affinen Milieus werden herausgearbeitet. Anschließend werden digitale Verbreitungsdynamiken gesundheitsbezogener Desinformation während der COVID-19-Pandemie sowie Handlungsempfehlungen für die medizinische Praxis diskutiert. Im Fokus des letzten Abschnitts steht das deutschsprachige Querdenken-Milieu mit seiner soziodemografischen Zusammensetzung, ideologischen Querfrontbildung und Telegram-basierten Mobilisierungsstruktur. Aus den identifizierten Forschungslücken wird das methodische Desiderat einer mehrstufigen, qualitativ-quantitativen Diskursanalyse digitaler Öffentlichkeiten abgeleitet.

错误:搜索内容不能为空,请输入英文关键词
错误:关键词超出字数限制,请精简
高级检索

Forschungsstand: Zusammenhänge zwischen alternativen Heilmethoden, Esoterik und Verschwörungsnarrativen

  • Nora Feline Pösl

摘要

Das Kapitel bündelt den empirischen Forschungsstand zu den Verschränkungen von Verschwörungsglauben, Spiritualität und sogenannten alternativen Heilmethoden. Aktuelle quantitative Studien aus Deutschland, Italien, Finnland, der Slowakei und Australien werden hinsichtlich ihrer Befunde zu Religiosität versus Spiritualität, gesundheitlichen Entscheidungen und impfbezogenen Einstellungen vergleichend ausgewertet. Insbesondere die Differenzierung zwischen aktiver und passiver Spiritualität (Endtricht), die Rolle ontologischer Verwirrungen, magisch-pseudowissenschaftlicher Überzeugungen und externaler Kontrollvorstellungen sowie die ambivalente Funktion epistemischer Rationalität in CAM-affinen Milieus werden herausgearbeitet. Anschließend werden digitale Verbreitungsdynamiken gesundheitsbezogener Desinformation während der COVID-19-Pandemie sowie Handlungsempfehlungen für die medizinische Praxis diskutiert. Im Fokus des letzten Abschnitts steht das deutschsprachige Querdenken-Milieu mit seiner soziodemografischen Zusammensetzung, ideologischen Querfrontbildung und Telegram-basierten Mobilisierungsstruktur. Aus den identifizierten Forschungslücken wird das methodische Desiderat einer mehrstufigen, qualitativ-quantitativen Diskursanalyse digitaler Öffentlichkeiten abgeleitet.