Fazit
摘要
Das Konzept der Redeskriptionen bietet auch im Kontext geographischer Regionalforschung eine alternative Vorstellung von der Entwicklung wissenschaftlicher Theorien und hat sich in der Untersuchung Louisianas als nützlich erwiesen (ausführlich ausgeführt in Kühne 2024). Es geht dem Neopragmatismus nicht darum, ein Paradigma durch ein anderes zu ersetzen, sondern ‚altehrwürdige‘ wissenschaftliche Vokabulare hinsichtlich des Aspekts der Passung zur Deutung einer sich verändernden Welt zu prüfen und in einem redeskriptiven Vokabular zu rezyklieren. Dieser Vorgang muss noch nicht einmal linear sein, sondern er kann (und sollte es sogar) immer wieder schon längere Zeit ‚altehrwürdig‘ gewordene Vokabulare erneut hinsichtlich ihrer Aktualität zur Deutung von Welt und der Lösung von konkreten Problemen prüfen (ausführlicher dazu: Calder 2003; Rorty 2023). Damit operationalisiert das Vorgehen das inklusivistische Programm des Neopragmatismus, in dem es sowohl in der Wissenschaft als auch in der Gesellschaft um Toleranz gegenüber jenen ‚Etwassen‘ gibt, die Potenziale versprechen, zur Lösung von Problemen beizutragen. Geographische Regionalforschung kann dieses für sich in Anspruch nehmen, da sie dazu beiträgt, dass Menschen sich orientieren können, ohne indes Eindeutigkeiten suggerieren zu wollen, sondern stets die Kontingenz von Welt, Raum, Landschaft, Stadt etc. – auch begrifflich – vergegenwärtigt.