Neopragmatistische horizontale Geographien – zum Stand der Dinge
摘要
Im Folgenden soll das hier zugrunde gelegte Verständnis von neopragmatistischen horizontalen Geographien dargelegt werden. Es zielt darauf, die theoretischen, methodologischen und empirischen Grundlagen eines Forschungsprogramms zu skizzieren. Dieses verschreibt sich der Beschreibung räumlicher Kontingenzen. Klassische geographische Ansätze suchen oftmals nach stabilen Strukturen, übergreifenden Gesetzen oder generalisierbaren Kategorien. Dagegen versteht der Neopragmatismus Region als relationales, sprachlich vermitteltes und stets neu auszuhandelndes Gefüge. Horizontale Geographien nehmen dabei insbesondere Querbezüge zwischen materiellen, diskursiven und imaginativen Dimensionen des Räumlichen in den Blick. Das Kapitel führt zunächst in den analytischen Orientierungsrahmen einer auf Popper zurückgehenden Drei-Räume- bzw. der spezifizierten Drei-Landschaften-Theorie ein (Abschn. 2.1), um anschließend zentrale Grundzüge des Neopragmatismus als philosophische Basis dieser Perspektive herauszuarbeiten (Abschn. 2.2). Darauf aufbauend wird die Frage nach der Operationalisierung eines neopragmatistischen Forschungsprogramms für die geographische Regionalforschung erörtert (Abschn. 2.3), bevor Erfahrungen, Perspektiven und Restriktionen aus empirischen Arbeiten diskutiert werden (Abschn. 2.4). Abschließend wird in Abschn. 2.5 eine synthetische Anwendung dieser Überlegungen auf Louisiana als Fallbeispiel vorgestellt.