Grundlagen und etablierte Standards der Projektabwicklung in Deutschland
摘要
Die Auseinandersetzung mit innovativen Projektabwicklungsmodellen im Bauwesen erfordert zunächst die Schaffung einer soliden terminologischen und theoretischen Basis, um die komplexen Zusammenhänge und die spezifischen Herausforderungen der Branche adäquat analysieren zu können. Die deutsche Bauwirtschaft ist historisch durch eine stark segmentierte Prozesskette und klar definierte Leistungsbilder geprägt, die maßgeblich durch normative Regelwerke wie die HOAI und die Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) strukturiert werden [1; 2]. Jedoch sieht sich diese traditionelle, oft als adversarial beschriebene Praxis zunehmend mit internationalen Managementphilosophien wie dem Lean Management oder agilen Methoden konfrontiert, die auf verstärkte Kollaboration und eine ganzheitliche Prozessoptimierung abzielen [3; 4]. Diese Entwicklung führt zu einem Spannungsfeld zwischen etablierten nationalen Vorgehensweisen und neuen, international erprobten Modellen. Das vorliegende Kapitel dient daher dazu, die fundamentalen Begriffe zu definieren, die klassischen Projektrealisierungsmodelle in ihren Grundzügen darzustellen und von neueren, integrativen Ansätzen abzugrenzen, um darauf aufbauend die relevanten Forschungslücken für die Entwicklung eines hybriden Managementansatzes zu identifizieren.