Für Egalitaristen ist die Gleichverteilung von Gütern oder Einkommen das zentrale Kriterium zur Beurteilung der ›Güte‹ eines Gesellschaftszustands. Nur: Was soll darunter verstanden werden? Die Antwort auf diese Frage scheint einfach zu sein: Allein die strikte Gleichverteilung aller Güter auf die Mitglieder einer Gruppe ohne jede Berücksichtigung der Eigenschaften dieser Mitglieder nach Alter, Geschlecht, Leistung usw. genügt dem Postulat. Der Güterbegriff ist hierbei denkbar weit gefasst und umschließt auch Vorrechte sowie Vorteile aller Art, kurz: alles was zur Einkommenserzielung dienlich ist. Mit Gleichverteilung ist gemeint, dass alle Personen gleich viele Güter oder ein gleich hohes Einkommen besitzen (equal distribution), also nicht, dass alle Ergebnisse eines Zufallsexperiments (die Einkommensverteilung lässt sich als ein solches betrachten) gleich wahrscheinlich sind (uniform distribution).

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Gleichverteilung als Gütekriterium

  • Johannes Berger

摘要

Für Egalitaristen ist die Gleichverteilung von Gütern oder Einkommen das zentrale Kriterium zur Beurteilung der ›Güte‹ eines Gesellschaftszustands. Nur: Was soll darunter verstanden werden? Die Antwort auf diese Frage scheint einfach zu sein: Allein die strikte Gleichverteilung aller Güter auf die Mitglieder einer Gruppe ohne jede Berücksichtigung der Eigenschaften dieser Mitglieder nach Alter, Geschlecht, Leistung usw. genügt dem Postulat. Der Güterbegriff ist hierbei denkbar weit gefasst und umschließt auch Vorrechte sowie Vorteile aller Art, kurz: alles was zur Einkommenserzielung dienlich ist. Mit Gleichverteilung ist gemeint, dass alle Personen gleich viele Güter oder ein gleich hohes Einkommen besitzen (equal distribution), also nicht, dass alle Ergebnisse eines Zufallsexperiments (die Einkommensverteilung lässt sich als ein solches betrachten) gleich wahrscheinlich sind (uniform distribution).