Dem (politischen) Werden und den persönlichen Revolten auf der Spur
摘要
Kapitel sechs bildet den Kern der empirischen Analyse und entwickelt eine mehrdimensionale sinngenetische Typenbildung und mit ihr verknüpft eine relationale Typologie. Diese Typologie bildet ein Panorama unterschiedlicher Weisen, wie politische Sozialisation im Kontext von FfF verläuft. Zu Beginn des Kapitels wird die methodologische Grundlage erläutert. Auch diese Untersuchung stützt sich auf die Dokumentarische Methode, deren Anwendung für die Rekonstruktion von politischen Sozialisationsprozessen dargelegt wird. Es folgt eine Darstellung des methodischen Vorgehens, das Feldzugang, Datenerhebung von 21 narrativ-biographischen Interviews mit FfF-Aktivist*innen sowie Fallauswahl- und Auswertungsverfahren umfasst. Auf dieser Basis werden acht Fälle von Aktivist*innen aus der Sternstädter Ortsgruppe von Fridays for Future ausgewählt, anhand derer die Typologie entwickelt wird. Für jeden Fall werden vier Dimensionen analysiert: der biographische Vorlauf des Engagements, die Orientierung gegenüber der lokalen Ortsgruppe, die Orientierung gegenüber politischen Aktivitäten sowie die politische Welt- und Selbstanschauung. Hinsichtlich jeder dieser Dimensionen werden die (typenbildenden) Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausgearbeitet, wobei jeweils zwei Fälle, die hinsichtlich der vier Dimensionen weitgehende Homologien aufweisen, zu einem relationalen Typ verbunden werden: Typus I beschreibt die Konsolidierung einer politischen Orientierung, Typus II die Herausforderungen im sozialen Nahkontakt und die Verstärkung eigener Fähigkeiten, Typus III das Eingebracht-Werden und responsives Beisteuern in Peer-Beziehungen und Typus IV die Reprise und Re-Politisierung einer zuvor fragil gewordenen Orientierung. Die Relationalität der Typen ist dabei als Prozesshaftigkeit zu verstehen. Am Ende des Kapitels wird die relationale Typologie zusammengefasst und auf den Punkt gebracht.