Kapitel fünf vollzieht den Übergang von der theoretischen Fundierung zur empirischen Analyse und untersucht die Geschichte der Sternstädter Ortsgruppe von Fridays for Future. Das Kapitel beginnt mit einer Darstellung des methodischen Vorgehens, das Feldzugang, eigene Rolle im Forschungsprozess und Verfahren der Datenerhebung und -auswertung erläutert. Die Datengrundlage umfasst Beobachtungsprotokolle, narrative Interviews und bewegungseigene Dokumente. Diese unterschiedlichen empirischen Materialien werden in Anlehnung an Redecker (2021: 123) als „Bündel von Sehpunkten“ begriffen und mit der Dokumentarischen Methode hinsichtlich der Logiken und Prozesse des kollektiven Organisierens ausgewertet. Trotz der Perspektivenvielfalt wird der gemeinsame Nenner des Materials in den Vordergrund gestellt, um ein kohärentes Gesamtbild der Ortsgruppe zu zeichnen. Entsprechend werden drei Phasen der kollektiven Formierung herausgearbeitet: Vorlauf, Aufschwung und Abschwung, wobei die Analyse mit Beginn der Pandemie (März 2020) endet. Für jede Phase werden zentrale organisatorische Prozesse, Ereignisse sowie relevante politische und protopolitische Aspekte unter Rückgriff auf die in Kapitel vier entwickelten Begrifflichkeiten herausgearbeitet. Abschließend werden die zentralen Spannungen innerhalb der Ortsgruppe, die sich über die gesamte Beobachtungsperiode erstrecken, als sieben Konfliktlinien systematisiert und expliziert.

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Die Formierung einer Fridays-Ortsgruppe

  • Philip Schelling

摘要

Kapitel fünf vollzieht den Übergang von der theoretischen Fundierung zur empirischen Analyse und untersucht die Geschichte der Sternstädter Ortsgruppe von Fridays for Future. Das Kapitel beginnt mit einer Darstellung des methodischen Vorgehens, das Feldzugang, eigene Rolle im Forschungsprozess und Verfahren der Datenerhebung und -auswertung erläutert. Die Datengrundlage umfasst Beobachtungsprotokolle, narrative Interviews und bewegungseigene Dokumente. Diese unterschiedlichen empirischen Materialien werden in Anlehnung an Redecker (2021: 123) als „Bündel von Sehpunkten“ begriffen und mit der Dokumentarischen Methode hinsichtlich der Logiken und Prozesse des kollektiven Organisierens ausgewertet. Trotz der Perspektivenvielfalt wird der gemeinsame Nenner des Materials in den Vordergrund gestellt, um ein kohärentes Gesamtbild der Ortsgruppe zu zeichnen. Entsprechend werden drei Phasen der kollektiven Formierung herausgearbeitet: Vorlauf, Aufschwung und Abschwung, wobei die Analyse mit Beginn der Pandemie (März 2020) endet. Für jede Phase werden zentrale organisatorische Prozesse, Ereignisse sowie relevante politische und protopolitische Aspekte unter Rückgriff auf die in Kapitel vier entwickelten Begrifflichkeiten herausgearbeitet. Abschließend werden die zentralen Spannungen innerhalb der Ortsgruppe, die sich über die gesamte Beobachtungsperiode erstrecken, als sieben Konfliktlinien systematisiert und expliziert.