Literatur steht nach dem Verlust der sinnzentrierenden Kraft eines Repräsentationsmodells, das die Zeichen auf kohärente Lesbarkeit hin ausgerichtet hatte, im Sog einer auf sich selbst verwiesenen Sprache. Kann Hegel das Allgemeine der Sprache noch gegen das Gerede der Meinung als Triumph des Geistes feiern, wird hundert Jahre danach für Rilke und Hofmannsthal gerade die Schwierigkeit, das Besondere nicht sagen zu können, zum ästhetischen Problem. Zudem vollzog sich mit der Demontage und Transformation des Hegelschen Systems als der Entmächtigung des transhistorisch Absoluten im Sinn eines der großen Konkursverfahren der Philosophiegeschichte die Zersetzung des philosophischen Ideals selbst. Wenig später konnte nicht nur Kierkegaards Maskenspiel der Pseudonyme die strenge Arbeit des Begriffs durch aphoristische, romanhafte und essayistische Formen unterlaufen, die sich zu einer Reflexionsarena im Zeichen des Interessanten und Paradoxen verdichteten und die argumentationslogische Stringenz der Philosophie literarisierten. Wie nach der Destruktion der metaphysischen Trinität von Gott, Wahrheit und Sprache weiterzusprechen sei, wurde zum Problem.

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Am Beckettschen Punkt

  • Sylvelie Adamzik

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Literatur steht nach dem Verlust der sinnzentrierenden Kraft eines Repräsentationsmodells, das die Zeichen auf kohärente Lesbarkeit hin ausgerichtet hatte, im Sog einer auf sich selbst verwiesenen Sprache. Kann Hegel das Allgemeine der Sprache noch gegen das Gerede der Meinung als Triumph des Geistes feiern, wird hundert Jahre danach für Rilke und Hofmannsthal gerade die Schwierigkeit, das Besondere nicht sagen zu können, zum ästhetischen Problem. Zudem vollzog sich mit der Demontage und Transformation des Hegelschen Systems als der Entmächtigung des transhistorisch Absoluten im Sinn eines der großen Konkursverfahren der Philosophiegeschichte die Zersetzung des philosophischen Ideals selbst. Wenig später konnte nicht nur Kierkegaards Maskenspiel der Pseudonyme die strenge Arbeit des Begriffs durch aphoristische, romanhafte und essayistische Formen unterlaufen, die sich zu einer Reflexionsarena im Zeichen des Interessanten und Paradoxen verdichteten und die argumentationslogische Stringenz der Philosophie literarisierten. Wie nach der Destruktion der metaphysischen Trinität von Gott, Wahrheit und Sprache weiterzusprechen sei, wurde zum Problem.