Mit dem Label „Konzertierte Aktion“ wurde in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Kooperation zwischen Arbeitsgeberverbänden und Gewerkschaften, also den Tarifvertragsparteien im Rahmen einer seinerzeit neuen, d. h. keynesianisch aufgeklärten sozialen Marktwirtschaft benannt, die die wirtschaftliche Rezession durch staatliche Interventionen beenden sollte. Die damals vorherrschende Angebotspolitik sollte durch eine antizyklische Nachfragepolitik ergänzt werden. Damit verband sich die Erwartung, die Wirtschaft planmäßig steuern zu können, um zukünftige Wirtschaftskrisen zu verhindern, was sich jedoch in den folgenden Jahren nur teilweise als berechtigt erwies. Der Begriff wurde nicht mehr benutzt und bisweilen durch den des Bündnisses ersetzt. Beispielsweise gründete sich unter dem Kanzler, Gerhard Schröder (1998–2005), angesichts einer großen Erwerbslosigkeit von etwa fünf Millionen Arbeitskräften „das Bündnis für Arbeit, Ausbildung und Wettbewerbsfähigkeit“, in dem auch die Arbeitgeberverbände und die Gewerkschaften Mitglieder waren. Immerhin hatte die IG Metall die Initiative dafür ergriffen (vgl. Raehlmann, 2004, S. 196 ff.). Der Name für diese Kooperationen wechselte zwar, aber die Sachverhalte blieben weitgehend unverändert. Ausgangspunkt waren und sind stets krisenhafte Entwicklungen, die durch gemeinsames Handeln möglichst bewältigt werden sollen. Sie stehen in Deutschland für die bewährte Zusammenarbeit zwischen Kapital und Arbeit im System der industriellen Beziehungen.

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Herausforderungen für die Wirtschaft

  • Irene Raehlmann

摘要

Mit dem Label „Konzertierte Aktion“ wurde in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Kooperation zwischen Arbeitsgeberverbänden und Gewerkschaften, also den Tarifvertragsparteien im Rahmen einer seinerzeit neuen, d. h. keynesianisch aufgeklärten sozialen Marktwirtschaft benannt, die die wirtschaftliche Rezession durch staatliche Interventionen beenden sollte. Die damals vorherrschende Angebotspolitik sollte durch eine antizyklische Nachfragepolitik ergänzt werden. Damit verband sich die Erwartung, die Wirtschaft planmäßig steuern zu können, um zukünftige Wirtschaftskrisen zu verhindern, was sich jedoch in den folgenden Jahren nur teilweise als berechtigt erwies. Der Begriff wurde nicht mehr benutzt und bisweilen durch den des Bündnisses ersetzt. Beispielsweise gründete sich unter dem Kanzler, Gerhard Schröder (1998–2005), angesichts einer großen Erwerbslosigkeit von etwa fünf Millionen Arbeitskräften „das Bündnis für Arbeit, Ausbildung und Wettbewerbsfähigkeit“, in dem auch die Arbeitgeberverbände und die Gewerkschaften Mitglieder waren. Immerhin hatte die IG Metall die Initiative dafür ergriffen (vgl. Raehlmann, 2004, S. 196 ff.). Der Name für diese Kooperationen wechselte zwar, aber die Sachverhalte blieben weitgehend unverändert. Ausgangspunkt waren und sind stets krisenhafte Entwicklungen, die durch gemeinsames Handeln möglichst bewältigt werden sollen. Sie stehen in Deutschland für die bewährte Zusammenarbeit zwischen Kapital und Arbeit im System der industriellen Beziehungen.