Zeitenwende
摘要
In diesem Kapitel geht es um den schmerzhaften Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert. Während seines Dienstes in einem bayerischen Ersatzbataillon heiratete Schmitt die Varietétänzerin Carita Dorotić, die sich alsbald als Hochstaplerin herausstellte. Den Militärdienst empfand er als entwürdigend. Es wird die Frage erörtert, ob Schmitts Engagement in der NS-Diktatur und sein militanter Antisemitismus seinem wissenschaftlichen Werk angelastet werden dürfen. War er ein „Schreibtischtäter“? War die Rechtfertigung der Röhm-Morde 1934 in der von ihm geleiteten „Juristen-Zeitung“ ein Akt des Opportunismus oder der eigenen Überzeugung? Zur Entschlüsselung der Befindlichkeit Schmitts wird auf das Instrumentarium der ungarischen Philosophen Georg Lukács zurückgegriffen. Lukács hat sich besonders mit der philosophischen Seelen-Problematik befasst. Er hat die für die Analyse von Carl Schmitt bedeutsame Inkongruenz von Seele und Tat analysiert.