Die Diskussion um Corporate Activism wird wesentlich durch die Frage geprägt, wie Unternehmen die großen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit wahrnehmen und in welchen Themenfeldern sie sich positionieren. Orientierung bietet der von den Vereinten Nationen entwickelte Katalog der 17 Sustainable Development Goals (SDGs), der die drängendsten sozialen, ökologischen und politischen Problemfelder bündelt. Für Unternehmen dienen die SDGs als strategischer Rahmen, um Verantwortungsübernahme, interne Prozesse und externe Kommunikation auszurichten – sowohl im Sinne klassischer Corporate Social Responsibility als auch im Kontext expliziten Corporate Activism. Zugleich unterscheiden sich die SDGs stark im öffentlichen Aufmerksamkeits- und Polarisierungspotenzial: Klima, Geschlechtergleichstellung oder nachhaltiger Konsum erzielen hohe Resonanz, während andere, gleichermaßen zentrale Ziele wie Armutsbekämpfung, Bildung oder starke Institutionen deutlich weniger Beachtung finden. Unternehmen müssen abwägen, ob sie primär gesellschaftliche Wirkung erzielen oder öffentliche Sichtbarkeit generieren wollen. Corporate Activism entsteht zudem nicht allein durch das Handeln der Unternehmensführung. Mitarbeitende, CEOs, Konsumentinnen und Konsumenten sowie zunehmend auch aktivistische Investoren orientieren sich an den SDGs und formulieren Erwartungen, die das Unternehmen prägen – unabhängig davon, ob es selbst aktiv den ersten Schritt setzt. Die im Kapitel dargestellte Tabelle macht sichtbar, wie vielfältig die thematischen Anknüpfungspunkte von Corporate Activism entlang der SDGs sind und wie eng CSR und Corporate Activism in der Praxis ineinandergreifen. Zugleich zeigt sich ein deutlicher Forschungsbedarf: Der Einfluss einzelner SDGs auf unterschiedliche Stakeholdergruppen ist bislang nur unzureichend untersucht.

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Themen und Motive für Corporate Activism

  • Lars-Peter Linke

摘要

Die Diskussion um Corporate Activism wird wesentlich durch die Frage geprägt, wie Unternehmen die großen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit wahrnehmen und in welchen Themenfeldern sie sich positionieren. Orientierung bietet der von den Vereinten Nationen entwickelte Katalog der 17 Sustainable Development Goals (SDGs), der die drängendsten sozialen, ökologischen und politischen Problemfelder bündelt. Für Unternehmen dienen die SDGs als strategischer Rahmen, um Verantwortungsübernahme, interne Prozesse und externe Kommunikation auszurichten – sowohl im Sinne klassischer Corporate Social Responsibility als auch im Kontext expliziten Corporate Activism. Zugleich unterscheiden sich die SDGs stark im öffentlichen Aufmerksamkeits- und Polarisierungspotenzial: Klima, Geschlechtergleichstellung oder nachhaltiger Konsum erzielen hohe Resonanz, während andere, gleichermaßen zentrale Ziele wie Armutsbekämpfung, Bildung oder starke Institutionen deutlich weniger Beachtung finden. Unternehmen müssen abwägen, ob sie primär gesellschaftliche Wirkung erzielen oder öffentliche Sichtbarkeit generieren wollen. Corporate Activism entsteht zudem nicht allein durch das Handeln der Unternehmensführung. Mitarbeitende, CEOs, Konsumentinnen und Konsumenten sowie zunehmend auch aktivistische Investoren orientieren sich an den SDGs und formulieren Erwartungen, die das Unternehmen prägen – unabhängig davon, ob es selbst aktiv den ersten Schritt setzt. Die im Kapitel dargestellte Tabelle macht sichtbar, wie vielfältig die thematischen Anknüpfungspunkte von Corporate Activism entlang der SDGs sind und wie eng CSR und Corporate Activism in der Praxis ineinandergreifen. Zugleich zeigt sich ein deutlicher Forschungsbedarf: Der Einfluss einzelner SDGs auf unterschiedliche Stakeholdergruppen ist bislang nur unzureichend untersucht.