Achsenzeit statt Abendland? Das christliche Abendland zwischen Spengler und Jaspers
摘要
Das Abendland als diskursiver Begriff beginnt seinen kurzen Aufstieg erst in Reaktion zu Oswald Spenglers These vom „Der Untergang des Abendlandes“. Eine hegemoniale Diskurshoheit wurde für das christliche Abendland weder in der Zwischen- noch in der Nachkriegszeit erreicht, trotz des Bemühens einiger vor allem katholischer Autoren. Erfolgreicher war stattdessen Jaspers Rede von der Achsenzeit, die ebenfalls als Reaktion auf Spengler verstanden werden kann. Eingebettet in einen breiteren Diskurskontext wird diese These anhand der zuerst fehlenden, kurzzeitig enthusiastischen, schnell resignativen Einträge in den Auflagen des von der katholischen Görres-Gesellschaft herausgegebenen Staatslexikons belegt. Ein neuerlicher Versuch einer diskursiven Abendlandrenaissance kann zu dieser Unternehmung zurückkehren, aber nicht in ein etabliertes Abendland.