Das Vorsorgeprinzip im Völkerrecht
摘要
Während ursprünglich eine Regulierungsentscheidung mit dem Ziel, diese auf Grundlage gesicherter wissenschaftlicher Erkenntnisse zu treffen, erst in einem Zeitpunkt erfolgte, in dem bereits schädliche Auswirkungen eingetreten waren oder auf Basis der vorhandenen wissenschaftlichen Daten und Informationen jedenfalls mit einer gewissenWahrscheinlichkeit auf den Eintritt konkreter schädlicher Auswirkungen geschlossen werden konnte, erfolgte im Zuge des Bedeutungsgewinns des Vorsorgeprinzips auf der Ebene des Völkerrechts auch dort ein Paradigmenwechsel hin zu frühzeitigem staatlichen Tätigwerden im Kontext wissenschaftlicher Ungewissheit und nicht bezifferbarer Risiken. In Zusammenhang mit dem Aufkommen neuartiger und wirkmächtiger Technologien und angesichts der Erkenntnis, dass Umweltprobleme häufig globale Auswirkungen haben, soll nachteiligen Veränderungen der Umwelt und/oder der menschlichen Gesundheit in Zusammenhang mit menschlichen Aktivitäten bereits in einem Zeitpunkt entgegengewirkt werden, in dem nachteilige Auswirkungen möglich erschienen.