Umfassende Megatrends bringen Transformationen mit umfangreichen Auswirkungen auf das soziale Miteinander mit sich. Diese werden durch das Zusammenspiel der Transformationsdynamiken und die damit entstehenden Ungerechtigkeiten und Ungleichheiten verstärkt. Umfassende Megatrends bringen Transformationen mit umfangreichen Auswirkungen auf das soziale Miteinander mit sich. Diese werden durch das Zusammenspiel der Transformationsdynamiken und die damit entstehenden Ungerechtigkeiten und Ungleichheiten verstärkt (Laib et al. 2021).. Zugleich wird auf die anhaltend hohe Dichte an unterschiedlichen Krisen (Pandemie, Klima, Kriege, Teuerungen …) mit Appellen der menschlichen Solidarität und entsprechenden Anrufungen an ein solidarisches Handeln reagiert. In diesem Kontext entstehen immer wieder, neben den bereits bestehenden solidarischen Verbünden, neue solidarische Initiativen. Es scheint so, als ob die gegenwärtigen Krisen wie auch die Folgen der Transformationen gesellschaftlich nur zu bewältigen sind, wenn zugleich solidarisches Handeln aktiviert werden kann (Stiehler et al. 2023). Die entsprechende thematische Bearbeitung im Kapitel 1 folgt einer ersten Arbeitsthese: Erste Ideen dieses Ansatzes werden gezielt im Projekt SoliThur – „Solidarisches Handeln im Thurgau sichtbar machen, vernetzen und nachhaltig unterstützen“ umgesetzt. Gemeinsam mit interessierten Gruppen, die einen unterschiedlichen Organisationsgrad der Freiwilligenarbeit (von Initiativen bis Vereinen) aufweisen sowie in Kooperation mit lokalen Behörden macht SoliThur solidarisches Handeln in seiner Unterschiedlichkeit regional sichtbar. Dafür gehen die Projektmitarbeitenden auf die aktive Suche vor Ort, um etablierte und neue kreative Umsetzungen solidarischen Handelns zu entdecken und in ihrem Wirken besser zu verstehen. Die gewonnenen Projekterfahrungen und Projektergebnissen werden über eine eigens initiierte «Fachstelle Solidarischer Thurgau» gebündelt, aufbereitet und auf vielfältige Art öffentlich zugänglich gemacht. Das Ziel des Projekts SoliThur ist es, das solidarische Handeln durch Freiwillige sichtbar zu machen, zu unterstützten und somit auf lange Sicht den sozialen Zusammenhalt im Kanton Thurgau zu stärken. Dabei gilt es, die in einer zweiten Arbeitsthese zusammengefassten Herausforderungen besonders in den Blick zu nehmen: Diese Entwicklungsdynamiken werden exemplarisch anhand eines Fallbeispiels im s. Kap. „ Ohne Möglichkeitssinn keine Transformation. Warum die Sozialwirtschaft nicht auf utopisches Denken verzichten sollte “ bildhaft ausgeführt sowie im s. Kap. „ Governance Sozialer Arbeit – Eine theoriebasierte Handlungsorientierung für die Soziale Arbeit “ erste theoretische Anschlussstellen hergestellt. Etablieren sich solidarische Initiativen erfolgreich, nimmt der Organisationsaufwand zu. Sei es, weil das Angebot mit zusätzlichen Dienstleistungen selbst wächst, sei es, weil sie «Opfer» ihres eigenen Erfolges werden – quasi als „Wachstumsschmerzen“ der Initiative. Solche organisationalen Entwicklungen werden im s. Kap. „ Governance Sozialer Arbeit – Eine theoriebasierte Handlungsorientierung für die Soziale Arbeit “ mit ihren Konsequenzen theoretisch analysiert. Vor diesem Hintergrund erscheint der soziale Zusammenhalt, welcher die Widerstandsfähigkeit von Gemeinschaften gegenüber Krisen stärkt und Veränderungsprozesse erleichtert (Aldrich 2012) als „Klebstoff“, der die herausgeforderten Gesellschaften zusammenzuhalten. Dies wirft die Frage auf, welche Konsequenzen sich in dieser Gemengelage für die Soziale Arbeit ergeben. Ein Selbstverständnis von Sozialer Arbeit als Intermediär stellt diesbezüglich einen tragfähigen Ansatz dar. Dies erscheint u. a. notwendig, damit sich die Soziale Arbeit weniger um die vielfältigen Anrufungen zur Solidarisierung an sich „kümmert“, als vielmehr solidarisches Handeln von Menschen als auch deren Zugängen zu Infrastrukturen und Ressourcen solidarischen Handelns zu ermöglichen (Schröer 2023). Diese Relevanz bildet die Grundlage im 4. Kapitel für die dritte Arbeitsthese: Um dabei neben den bestehenden auch «verdeckte» solidarische Praxen – wie im Projekt „Solidarisches Handeln im Thurgau“ (SoliThur) auf der Ebene der Gemeinden – ausfindig und sichtbar zu machen, sind Sozialarbeitende gefordert, intermediär zu agieren. Denn solidarisches Handeln ist förderlichen wie hinderlichen Strukturen im Zusammenspiel von Aktiven, Gemeinden, Politik, Verbänden etc. ausgesetzt. Es gilt also mit intermediären Ansätzen u. a. Kooperationsnetze zu ermöglichen und zu stärken, um diverse Praxen solidarisches Handeln trotz unterschiedlicher Organisationsformen und Fördermöglichkeiten zu ermöglichen.

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Soziale Arbeit als Intermediär im solidarischen Handeln – ein Gestaltungsansatz für die sozialwirtschaftliche Praxis

  • Andreas Laib,
  • Steve Stiehler

摘要

Umfassende Megatrends bringen Transformationen mit umfangreichen Auswirkungen auf das soziale Miteinander mit sich. Diese werden durch das Zusammenspiel der Transformationsdynamiken und die damit entstehenden Ungerechtigkeiten und Ungleichheiten verstärkt. Umfassende Megatrends bringen Transformationen mit umfangreichen Auswirkungen auf das soziale Miteinander mit sich. Diese werden durch das Zusammenspiel der Transformationsdynamiken und die damit entstehenden Ungerechtigkeiten und Ungleichheiten verstärkt (Laib et al. 2021).. Zugleich wird auf die anhaltend hohe Dichte an unterschiedlichen Krisen (Pandemie, Klima, Kriege, Teuerungen …) mit Appellen der menschlichen Solidarität und entsprechenden Anrufungen an ein solidarisches Handeln reagiert. In diesem Kontext entstehen immer wieder, neben den bereits bestehenden solidarischen Verbünden, neue solidarische Initiativen. Es scheint so, als ob die gegenwärtigen Krisen wie auch die Folgen der Transformationen gesellschaftlich nur zu bewältigen sind, wenn zugleich solidarisches Handeln aktiviert werden kann (Stiehler et al. 2023). Die entsprechende thematische Bearbeitung im Kapitel 1 folgt einer ersten Arbeitsthese: Erste Ideen dieses Ansatzes werden gezielt im Projekt SoliThur – „Solidarisches Handeln im Thurgau sichtbar machen, vernetzen und nachhaltig unterstützen“ umgesetzt. Gemeinsam mit interessierten Gruppen, die einen unterschiedlichen Organisationsgrad der Freiwilligenarbeit (von Initiativen bis Vereinen) aufweisen sowie in Kooperation mit lokalen Behörden macht SoliThur solidarisches Handeln in seiner Unterschiedlichkeit regional sichtbar. Dafür gehen die Projektmitarbeitenden auf die aktive Suche vor Ort, um etablierte und neue kreative Umsetzungen solidarischen Handelns zu entdecken und in ihrem Wirken besser zu verstehen. Die gewonnenen Projekterfahrungen und Projektergebnissen werden über eine eigens initiierte «Fachstelle Solidarischer Thurgau» gebündelt, aufbereitet und auf vielfältige Art öffentlich zugänglich gemacht. Das Ziel des Projekts SoliThur ist es, das solidarische Handeln durch Freiwillige sichtbar zu machen, zu unterstützten und somit auf lange Sicht den sozialen Zusammenhalt im Kanton Thurgau zu stärken. Dabei gilt es, die in einer zweiten Arbeitsthese zusammengefassten Herausforderungen besonders in den Blick zu nehmen: Diese Entwicklungsdynamiken werden exemplarisch anhand eines Fallbeispiels im s. Kap. „ Ohne Möglichkeitssinn keine Transformation. Warum die Sozialwirtschaft nicht auf utopisches Denken verzichten sollte “ bildhaft ausgeführt sowie im s. Kap. „ Governance Sozialer Arbeit – Eine theoriebasierte Handlungsorientierung für die Soziale Arbeit “ erste theoretische Anschlussstellen hergestellt. Etablieren sich solidarische Initiativen erfolgreich, nimmt der Organisationsaufwand zu. Sei es, weil das Angebot mit zusätzlichen Dienstleistungen selbst wächst, sei es, weil sie «Opfer» ihres eigenen Erfolges werden – quasi als „Wachstumsschmerzen“ der Initiative. Solche organisationalen Entwicklungen werden im s. Kap. „ Governance Sozialer Arbeit – Eine theoriebasierte Handlungsorientierung für die Soziale Arbeit “ mit ihren Konsequenzen theoretisch analysiert. Vor diesem Hintergrund erscheint der soziale Zusammenhalt, welcher die Widerstandsfähigkeit von Gemeinschaften gegenüber Krisen stärkt und Veränderungsprozesse erleichtert (Aldrich 2012) als „Klebstoff“, der die herausgeforderten Gesellschaften zusammenzuhalten. Dies wirft die Frage auf, welche Konsequenzen sich in dieser Gemengelage für die Soziale Arbeit ergeben. Ein Selbstverständnis von Sozialer Arbeit als Intermediär stellt diesbezüglich einen tragfähigen Ansatz dar. Dies erscheint u. a. notwendig, damit sich die Soziale Arbeit weniger um die vielfältigen Anrufungen zur Solidarisierung an sich „kümmert“, als vielmehr solidarisches Handeln von Menschen als auch deren Zugängen zu Infrastrukturen und Ressourcen solidarischen Handelns zu ermöglichen (Schröer 2023). Diese Relevanz bildet die Grundlage im 4. Kapitel für die dritte Arbeitsthese: Um dabei neben den bestehenden auch «verdeckte» solidarische Praxen – wie im Projekt „Solidarisches Handeln im Thurgau“ (SoliThur) auf der Ebene der Gemeinden – ausfindig und sichtbar zu machen, sind Sozialarbeitende gefordert, intermediär zu agieren. Denn solidarisches Handeln ist förderlichen wie hinderlichen Strukturen im Zusammenspiel von Aktiven, Gemeinden, Politik, Verbänden etc. ausgesetzt. Es gilt also mit intermediären Ansätzen u. a. Kooperationsnetze zu ermöglichen und zu stärken, um diverse Praxen solidarisches Handeln trotz unterschiedlicher Organisationsformen und Fördermöglichkeiten zu ermöglichen.