Molières „Bourgeois gentilhomme“
摘要
Jean-Baptiste Poquelin alias Molière (1622–1673) und Jean-Baptiste Lully (1632–1687) haben gemeinsam neun Ballettkomödien geschrieben; den Höhe- und Schlusspunkt stellte 1670 Le bourgeois gentilhomme, „Der Bürger als Edelmann“ dar. Das Stück ist als Auftragsarbeit entstanden: Louis XIV. (1638–1715) hatte sich über einen missglückten Empfang und den Spott des türkischen Gesandten so sehr geärgert, dass er Molière aufforderte, seinerseits die Türken auf der Bühne zu verulken. Molière ging dabei aber über die gewünschte Propaganda hinaus. Ihm war das doppelbödige Verhältnis von Spiel und Wirklichkeit am absolutistischen Hof bewusst, wo durchgehend nach dramaturgischen Regeln gehandelt, aber auch geschmeichelt, geheuchelt und geblendet wurde. Für den Französischunterricht ergibt sich so eine reichhaltige Ausgangssituation, aus der zum Beispiel eine Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Rahmenbedingungen (dem höfischen Leben, den Ständen und der Rolle des neureichen Bürgertums, aber auch dem opportunistischen Adel), der Literatur (ein klassischer Autor und eines seiner Meisterwerke) sowie diversen sprachlichen und künstlerischen Aktivitäten (Sprechen, Schreiben, Tanzen, Theater spielen) erwachsen kann.